Zeitversetzte Videointerviews Teil 1

Zeitversetzte Videointerviews Teil 1

Videointerviews für die Personalauswahl

Das Problem ist immer das gleiche. Da ist eine genau definierte Position im Unternehmen, und sie soll mit einem genau definierten Bewerber besetzt werden. Wie ist der geeignete Kandidat zu finden, dessen Leistungs- und Charakterprofil exakt auf die ausgeschriebene Stelle passt? Ein schriftliches Auswahlverfahren sagt etwas über die formale Intelligenz der Teilnehmenden aus. So etwas schafft zusammen mit Schul- und Arbeitszeugnissen ein gewisses Maß an Entscheidungskriterien.

Der wichtigste Eindruck aber, da sind sich alle Personalverantwortlichen einig, entsteht im persönlichen Kontakt. Der gewissenhafte Recruiter steht vor dem alten Dilemma: Lädt er viele Bewerber zu einem persönlichen Bewerbungsgespräch ein, bindet er seine eigene Arbeitskraft auf unverantwortlich lange Zeit und verzögert darüber hinaus die Stellenbesetzung; lädt er nur wenige Kandidaten ein, verzichtet er prozentual auf einen hohen Anteil potenziell fähiger Mitbewerber.

Eine Lösung dieser Zwickmühle ist schon seit langem gefunden worden. Sie heißt: Den Kreis der einzuladenden Bewerber im Vorfeld durch alternative Interviewmethoden begrenzen. Nur die Methoden ließen bisher zu wünschen übrig. Nicht jeder Bewerber (und nicht jeder Recruiter) ist einem Interview via Skype gewachsen. Und die Abbrecherquoten beim alten Verfahren des Telefoninterviews liegen im mehrstelligen Bereich. Seit einigen Jahren ist jedoch eine Software auf dem Markt, die das Online-Recruiting revolutionieren könnte und vielleicht das geeignete Mittel für die Quadratur des Kreises ist, nach dem Personalverantwortliche im Vorfeld von Bewerbungsgesprächen immer gesucht haben. Gemeint ist das zeitversetzte Videointerview.

Der Ablauf des zeitversetzten Videointerviews für Unternehmen und Bewerber

Es gibt immer noch keine wissenschaftlichen Studien zur Qualität strukturierter Bewerbungsgespräche. Dennoch ist sich die Fachwelt einig: Was von den Personalabteilungen der Unternehmen als strukturiertes Gespräch verkauft wird, ist in den allermeisten Fällen ein Konglomerat aus subjektiv gestellten Fragen und subjektiv beurteilten Antworten.

Der Gesprächsführende beschränkt sich im Interview auf seinen eigenen Fachbereich, wird oft genug nicht von Fach- und Führungskräften assistiert, fragt suggestiv zum Vor- oder Nachteil des Bewerbers und entscheidet aus einem ‚Bauchgefühl‘. Alles menschlich – aber der wirklich qualifizierte Bewerber geht dabei durch die Maschen dieses zu weiten Netzes. Das zeitversetzte Videointerview schenkt den Recruitern Zeit. Es fordert durch seine Strukturvorgaben dazu auf, sich gemeinsam mit den zuständigen Fachbereichen Gedanken über die Stellenanforderungen zu machen.

Was muss der Bewerber wirklich können? Und welche Persönlichkeit muss er mitbringen, um zusammen mit seinen formalen Fähigkeiten diese Arbeit so gut wie möglich zu erledigen? Und welche Fragen müssen wir ihm stellen, um an diese Informationen zu gelangen? Und worauf wollen wir achten, um ein Bild seiner Persönlichkeit ‚zwischen den Zeilen‘ zu lesen? Diese hochwichtigen Gedanken werden im Vorfeld des zeitversetzten Videointerviews erwogen und führen zu einem standardisierten Frageverfahren, das wirklich essentiell ist.

Die Vorbereitung dieser neuen Online-Recruitingmethode kostet etwas Zeit und setzt eine funktionierende Teamarbeit im Unternehmen voraus – diese beiden Faktoren sollten aber die Voraussetzungen für jedes erfolgreiche Recruiting sein. Einmal gut vorbereitet, stellen die zeitversetzten Videointerviews eine Zeitersparnis dar. Sie schaffen ein standardisiertes, aussagekräftiges Bild des Bewerberpotenzials.

Und zwar in hoher Quantifizierung. Zeitversetzt bedeutet: nicht live. Nicht live bedeutet: Es wird nicht für jedes Interview Arbeitskraft gebunden. Die Videos können in aller Ruhe gesichtet werden. Kein Bauchgefühl mehr, keine Gedächtnislücken: Die Antworten interessanter Bewerber können so oft wie möglich angehört und angesehen werden. Und zwar von allen Beteiligten.

Wie läuft ein zeitversetztes Videointerview ab

Welche Vor- und Nachteile bringt es für den Bewerber mit sich? Zuerst einmal legt das Unternehmen die Fragen fest und auch die Zeit, innerhalb derer ein Bewerber diese Fragen beantworten kann. Die Einladung zum zeitversetzten Videointerview erfolgt per Email. Die entsprechende Interview-Suite wird in die Karriere-Website des Unternehmens eingebunden – allerdings haben nur eingeladene Personen Zugang zu ihr. Der Bewerber benötigt lediglich einen handelsüblichen Laptop beziehungsweise ein Smartphone, eine Webcam und ein Mikro. Dabei wird er nicht sogleich ins kalte Wasser geworfen, sondern darf eingangs die Software erproben, bis er sich technisch sicher fühlt. Jetzt kann er die Fragenserie starten. Vor jeder Antwort gibt es einen Vorbereitungsspielraum, in dem das Bild des Bewerbers nicht übertragen wird.

Die Absolvierung des zeitversetzten Videointerviews dauert ungefähr 15 bis 20 Minuten. Für den Bewerber bringt das genau wie für den Recruiter den Vorteil der Zeitersparnis mit sich. Er muss weder lange Reisen antreten noch komplizierte Formalitäten erfüllen. Außerdem haben potenzielle Kandidaten größere Chancen durch die Erweiterung des Bewerberkreises. Die rein formalen Arbeits- und Schulzeugnisse werden durch eine persönliche Note ergänzt. Dabei ist der Bewerber weder suggestiven Fragen noch dem einschüchternden Szenario eines Live-Gesprächs ausgesetzt. Die Abbrecherquote ist im Vergleich zu anderen Online-Recruiting-Methoden oder dem Telefoninterview sehr niedrig.

Welche Nachteile des zeitversetzten Videointerviews gibt es?

Oft liegt in der für manchen Bewerber befremdlichen Situation, ein virtuelles Vorstellungsgespräch zu absolvieren. Adäquat gekleidet, mit klarer Aussprache und freundlicher Gestik und Mimik haben die Aspiranten ihrer Laptop-Kamera möglichst professionell Rede und Antwort zu stehen. Das kann nicht jeder. Hier liegt es in der Hand des stellenausschreibenden Unternehmens, den Bewerbern durch eine gut gestaltete Karriere-Website das Verfahren des zeitversetzten Videointerviews transparent und verständlich zu erläutern.

Die Bedeutung und fachliche Zielrichtung ist zu vermitteln, damit der Bewerber das Verfahren nicht als zusätzlichen Stolperstein sieht, sondern als modernen medialen Weg, seine eigene Qualifikation darzustellen. Das kann mit etwas Sorgfalt leicht gelingen, denn bei jüngeren Bewerbern ist die Akzeptanz für Online-Recruiting-Methoden hoch.

Weitere Informationen zum zeitversetzten Videointerview für Bewerbungsgespräche erhalten Sie von Germanpersonnel.de

Zeitversetzte Videointerviews

Zeitversetzte Videointerviews sind Interviews, bei denen Bewerber sich per Webcam vorstellen und auf Fragen antworten, die von einem Unternehmen gestellt werden. Diese Fragen sind für den Bewerber im Vorfeld klar und werden nicht erst in den Videos gestellt. Bewerber werden vor der Videoaufzeichnung über die Fragen, die Antwortmöglichkeiten und die Zeit, in der sie antworten müssen, informiert.

Dies kann entweder schriftlich oder ebenfalls durch ein Video stattfinden, welches von der Personalabteilung des Unternehmens an den Bewerber versendet wird. Wenn die Videos aufgezeichnet wurden, können sie von der Personalabteilung angesehen und ausgewertet werden. Wichtige Faktoren, die bei der Auswertung eine Rolle spielen, sind der Inhalt der Aufzeichnung, die Sprachgewandtheit des Bewerbers, der Auftritt des Bewerbers und der Kleidungsstill des Bewerbers.

 

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