Stellenanzeigen und Bewerber, Zeitarbeit, Job Multiposting, Mobile Recruiting, der HR Blog | In drei Schritten zum geeignetem Bewerber (erreichen, begeistern, überzeugen)
21908
single,single-post,postid-21908,single-format-standard,ajax_updown_fade,page_not_loaded,,vertical_menu_enabled,select-theme-ver-2.2,wpb-js-composer js-comp-ver-4.12,vc_responsive
In-drei-Schritten-zum-geeignetem-Bewerber

In drei Schritten zum geeignetem Bewerber (erreichen, begeistern, überzeugen)

Der Arbeitsmarkt in Deutschland ist seit einigen Jahren in einem Umbruch, der in den kommenden Jahren und Jahrzehnten an Dynamik zulegen wird. Er wandelt sich von einem Arbeitgebermarkt zu einem Bewerbermarkt, auf dem sich nicht mehr die Unternehmen aus einem umfangreichen Pool von qualifizierten Bewerbern den passenden Kandidaten aussuchen, sondern die Bewerber sich aussuchen können, wo sie vorstellig werden. Unternehmen müssen daher heute neue Wege beschreiten, um geeignete und interessierte Bewerber auf sich aufmerksam zu machen und an sich zu binden.
 

Um diesen zunehmend auch international geführten Wettbewerb um die besten Talente zu gewinnen, braucht es eine klare Strategie, die darauf ausgelegt ist, möglichst viele geeignete Bewerber zu erreichen, diese vom Unternehmen und den dort auf sie wartenden Aufgaben und Herausforderungen zu begeistern und letztlich zu überzeugen.
 

Bewerber erreichen

Zunächst gilt es potentielle Bewerber zu erreichen und sie auf die eigenen Stellenanzeigen aufmerksam zu machen. Dabei reicht es nicht mehr sich alleine auf ein Medium – wie EINE Jobbörse oder EINE Tageszeitung – zu verlassen. Erfolgreiches Recruiting muss überall dort Präsenz zeigen, wo sich potentielle Kandidaten aufhalten.
 

Heutige Bewerber beginnen Ihre Jobsuche im Internet in den allermeisten Fällen bei Google. Von dort kommen sie auf die mittlerweile über 2.000 Jobbörsen und Portale. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass eine Stellenanzeige im Netz möglichst breit gestreut wird. Und hier setzt Multiposting an. Es platziert eine Stellenanzeige auf sehr vielen Jobbörsen, Portalen, sozialen Netzwerken bis hin zur JOBBÖRSE der Bundesagentur für Arbeit.
 

Diese Art des Trittbrett-Recruitings verbessert die indirekte Auffindbarkeit bei Google. Für ein erfolgreiches Recruiting muss sich der eher traditionell konservative HR-Bereich den digitalen Technologien öffnen, denn ein One-Way-Recruiting zum Beispiel über die Bundesagentur für Arbeit oder eine Tageszeitung alleine funktioniert schon heute nicht mehr.
 

Bewerber begeistern

Doch alleine das effiziente Verbreiten einer Stellenausschreibung reicht nicht aus, wenn sich ein Bewerber für diese Stelle interessiert, rückt der Bewerbungsprozess und damit die so genannte „Candidate Experience“ in den Mittelpunkt. Jede Interaktion im Verlaufe des Bewerbungsprozesses sollte den Kandidaten im besten Fall begeistern und ihn in seiner Entscheidung bekräftigen, sich bei der Auswahl richtig entschieden zu haben.
 

Wertschätzung, Aufmerksamkeit und Zuverlässigkeit sind wesentliche Faktoren, die Bewerber zunehmend bewerten, denn auch für Personaler und das von ihnen repräsentierte Unternehmen gibt es keine zweite Chance für einen ersten guten Eindruck. Und das nicht nur beim Erstkontakt, sondern durch den gesamten Bewerbungsprozess hindurch. Unternehmen sollten daher den kompletten Bewerbungsprozess wie eine Reiseroute planen und alle Kontaktpunkte von Bewerber und Unternehmen im zeitlichen Verlauf skizzieren. Die dort erfolgenden Interaktionen, seien sie on- oder offline, schriftlich oder persönlich, sollten dann jeweils kritisch dahingehend überprüft werden, welche Begeisterungs- und Enttäuschungsfaktoren sie aus Sicht des Kandidaten aufweisen. Hilfreich sind dabei auch Feedbacks der Bewerber und Mitarbeiter, die diesen Bewerbungsprozess erst kürzlich durchlaufen haben – sie objektivieren die Wahrnehmung und helfen Personalern dabei, eigene blinde Flecken in ihrer Wahrnehmung zu beseitigen.
 

Bewerber überzeugen

Natürlich ist die Candidate Experience alleine nicht ausreichend, um Bewerber zu überzeugen. Sie ist zwar ein entscheidender Aspekt, wenn es um die Wahrnehmung des Unternehmens geht, doch für oder gegen einen Arbeitsvertrag entscheiden sich Bewerber dann doch in der Regel aufgrund von Sachargumenten – wobei die finanziellen Aspekte nicht alleine entscheidend sind. Ebenso wichtig sind eine ausgewogene Work-Life-Balance, Sinn in der Arbeit, Herausforderungen und Entwicklungsmöglichkeiten im Job – und müssen daher im Bewerbungsprozess auch deutlich kommuniziert werden.
 

Quellen:
blog.germanpersonnel.de
www.anneschueller.de
www.karrierehandbuch.de
 

Christian Praetorius war nach seiner Ausbildung zum Controller (IHK) lange Jahre im Controlling verschiedener Unternehmen tätig.
Studium an der SRH Hochschule für Wirtschaft und Logistik und seit 2012 als freiberuflicher Autor, unter anderem zu HR- und BWL-Themen.

Keine Kommentare bisher

Wir freuen uns über Ihren Kommentar