Bewerbungsprozess und Unternehmensmarke

Bewerbungsprozess und Unternehmensmarke

Wie eine positive Candidate Experience das Markenimage steigern kann

Candidate Experience ist in aller Munde, ein Grund sich wiederholt mit dem Thema zu befassen. In diesem Artikel haben wir das Thema Bewerbungsprozess und Unternehmensmarke kurz und knapp behandelt und geben Ihnen Tipps wie Sie das Markenimage damit steigern können. Jeder Bewerbungsprozess ist eine Chance für Unternehmen, sich nicht nur als attraktiver Arbeitgeber zu präsentieren und zu profilieren, sondern auch als Marke. Wie aktuelle Studien belegen, wird diese Chance jedoch von vielen Unternehmen nicht genutzt – im Gegenteil:

Statt sich jedem Bewerber durch eine durchgehend positive Candidate Experience auch als Marke zu empfehlen und positiv beim Bewerber einzuprägen, werden beim Bewerbungs- und Auswahlprozess Fehler gemacht, die sich nachhaltig negativ auf die Unternehmensmarke und ihre Wahrnehmung auswirken. Und das hat Folgen: Kandidaten, die mit ihren Erfahrungen beim Bewerbungsprozess nicht zufrieden waren, übertragen diese Erfahrungen auch auf das gesamte Unternehmen und seine Produkte und Dienstleistungen. Und nicht nur das, sie teilen ihre Erfahrungen auch mit anderen und sprechen mit Freunden, Bekannten und Familienmitgliedern darüber – und auch hier wird nicht getrennt, das Unternehmen als Marke steht in der Kritik und riskiert damit einen nachhaltigen Imageschaden.

Es dauert eine Ewigkeit, um sich einen guten Ruf aufzubauen – und nur Augenblicke, um ihn zu zerstören. Etwa durch einen umständlichen und für den Bewerber undurchsichtigen Bewerbungsprozess, durch mangelnde Aufmerksamkeit und Wertschätzung beim persönlichen Kennenlernen oder durch langwierige Entscheidungen, die den Bewerber unnötig lange im Unklaren darüber lassen, ob und wie es nun konkret weitergeht.

Doch es geht auch anders: Unternehmen, die jeden Bewerber als Kunden ansehen und so behandeln, schaffen auch bei einer Absage durch das Unternehmen eine positive Candidate Experience, die auch auf das Markenimage ausstrahlt. Entscheidend dafür ist, dass der gesamte Prozess so gestaltet wird, dass jeder Bewerber möglichst viele positive, im besten Fall sogar begeisternde Erfahrungen macht. Das fängt bei der Gestaltung der Stellenausschreibung und der Unternehmenswebseite an und zieht sich durch den gesamten Bewerbungsprozess – also den persönlichen oder schriftlichen Kontakten zwischen Unternehmen und Bewerber.

Mehr als 90 Prozent aller Bewerber sprechen mit anderen über ihre Erfahrungen und wirken so als Multiplikatoren. Das alleine macht das enorme Potential deutlich, das Unternehmen nutzen oder verschenken können – je nachdem, wie die Candidate Experience gestaltet wird. Daher sollten Unternehmen die folgenden Tipps beherzigen, um ein möglichst positives Markenimage aufzubauen:

1. Begeisterte Mitarbeiter wirken ansteckend – das gilt im Verkauf ebenso wie im Recruiting.
2. Entscheidend ist die Wahrnehmung des Bewerbers – daher sollte diese abgefragt und ausgewertet werden, um besser zu werden.
3. Wichtig ist eine durchgehend gute bis hervorragende Candidate Experience – vom ersten Kontakt bis zur Entscheidung über Einstellung oder Ablehnung – diese sollte als Gesamtprozess gestaltet und optimiert werden.
4. Der Kandidat muss im Mittelpunkt der Bemühungen stehen, nicht die IT oder die organisatorischen Gegebenheiten.
5. Erfolg braucht Wahrhaftigkeit – Versprechen müssen eingehalten und erfüllt werden, sowohl die persönlich gegebenen wie auch die, die in der Wahrnehmung mit dem Markenimage verbunden sind.

Fazit

Unternehmen müssen auch im Bereich Recruiting kundenorientiert denken und handeln, um ein positives Markenimage zu festigen, aufzubauen und zu untermauern. Hier gibt es bei vielen – auch größeren – Unternehmen großen Nachholbedarf, und das, obwohl bereits einfache Maßnahmen dazu beitragen können, die Unternehmensmarke nachhaltig zu stärken und die Candidate Experience zu verbessern.

Christian Praetorius war nach seiner Ausbildung zum Controller (IHK) lange Jahre im Controlling verschiedener Unternehmen tätig. Studium an der SRH Hochschule für Wirtschaft und Logistik und seit 2012 als freiberuflicher Autor, unter anderem zu HR- und BWL-Themen.

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