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Konventionelle Recruiting- und Bewerbungsprozesse können langwierig sein. Ist Virtuell Reality die Zukunft und welche Möglichkeiten bietet Virtuell Reality.
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Virtuell-Reality-im-Bewerbungsprozess

Virtuell Reality im Bewerbungsprozess

Konventionelle Recruiting- und Bewerbungsprozesse können langwierig sein. Vor allen Dingen werden im Laufe des Zusammenfindens von Bewerber und Unternehmen viele Worte gemacht. Der Bewerber stellt seine Qualifikationen und Soft Skills umfangreich dar und bastelt an einem Lebenslauf, der beweisen soll, dass er schon im Kindheitsalter für die ausgeschriebene Stelle prädestiniert gewesen ist.
 

Das Unternehmen malt mit vielen branchenüblichen Vokabeln das Bild seiner technischen Brillanz, seiner tonangebenden Vorreiterrolle und seiner hohen Standards in Ausbildung und Mitarbeiterführung. Und was bleibt am Ende von alledem? – Worte. Worte, die jeder benutzt, Worte, die zur Lingua franca aller Menschen geworden sind, die über Stellen und Stellensuche sprechen.
 

Jetzt stellen Sie sich vor, Sie reden nicht mehr über Teamgeist, flache Hierarchien und kontinuierliche Entwicklungsmöglichkeiten, nicht über Ihre Vorreiterrolle in der Automation und über spannende Kundenprojekte. Anstelle dieser wenig bildreichen Vokabeln vermitteln Sie dem Bewerber echte Bilder Ihres Unternehmens. Er darf durch die Produktion und Ausbildungswerkstatt schlendern, er lernt seinen potenziellen Arbeitsplatz kennen, seinen nächsten Vorgesetzten, seinen obersten Chef. Und das alles, ohne einen Fuß in Auto, Bahn oder Flugzeug gesetzt zu haben. Es ist wohl keine Übertreibung, zu sagen, dass uns solche Möglichkeiten eine Revolution im Recruiting bescheren würden. Tatsächlich steht diese Revolution vor Ihrer Bürotür. Denn es handelt sich hier nicht um die Kopfgeburten weltfremder Computernerds, sondern um wirklich existierende Virtuelle Realität (Virtual Reality). Die technischen Voraussetzungen sind geschaffen. Und die ersten Personalabteilungen arbeiten damit. Setzen Sie die Brille auf.
 

Live auf dem Campus

In den USA ist Virtual Reality (VR) längst bei Bewerbern angekommen. Hier haben vor ein paar Jahren drei Studenten YouVisit gegründet. Mit YouVisit wird der Bewerber zum Besucher. Die USA sind ein weites Land, in dem Menschen auf der Suche nach Arbeits- oder Studienplätzen ein paar Meilen mehr zurückzulegen müssen als zwischen Flensburg und München. Also bringen wir die Uni – denn für Universitäten ist YouVisit zuerst konzipiert worden – zu den Bewerbern. Mit YouVisit schlendern potenzielle Studenten über den Campus, werfen einen Blick in die Bibliotheken, probieren die Sport- und Freizeitstätten aus, lernen die Mensa kennen usw. Die virtuellen Rundgänge sind Werbung und Selektion zugleich. YouVisit ist zu einem prosperierenden Unternehmen geworden, das seine lebensechten Live-Aufnahmen inzwischen auch für Immobilienmakler und die Tourismusbranche anbietet.
 

Oliver Erb: Ein VR-Pionier in Deutschland

In Deutschland wird Virtual Reality im Bewerbungsprozess noch vergleichsweise wenig genutzt – aber es gibt einige große Unternehmen, die der technischen Revolution den Boden bereiten. Die Deutsche Bahn zählt dazu und der wichtige baden-württembergische Energieversorger EnBW. Einer der Virtual-Reality-Pioniere ist der EnBW-Personalreferent Oliver Erb. Erb, 31 Jahre alt, befasst sich in seiner Freizeit mit Fotografie und Panoramabildern. Außerdem ist er nach eigenem Geständnis ein leidenschaftlicher Gamer.
 

Diese Gemeinde hat schon früh die Virtual Reality für ihre Spielewelten entdeckt. Für Erb war es ein ganz natürlicher und notwendiger Schritt, diese neuartige Bildgebung ins Recruiting und ins Employer Branding einzubinden. Für seine ersten Referenzen hat er sich die EnBW-Ausbildungswerkstatt zum Darstellungsobjekt gewählt. Gefilmt hat er mit einem vergleichsweise günstigen Panoramakamera-Modell von Ricoh. Die Kamera macht sowohl Fotos wie Videos und ist einfach mitten unter die potenziellen Kollegen des Betrachters gestellt worden. Das Ergebnis kann klassisch auf dem PC betrachtet werden. Noch besser kommt die Virtual Reality auf dem Smartphone rüber, denn die Handy-Sensoren steuern die Perspektive mittels der Bildschirmposition. Mit einer speziellen Halterung, die für ein paar Euro zu haben ist, kann das Smartphone sogar in eine Virtual Reality Brille verwandelt werden. Unter http://blog.recrutainment.de/2015/06/12/enbw-das-erste-deutsche-grossunternehmen-das-virtual-reality-im-azubimarketing-einsetzt-wie-genau-oliver-erb/ kann der Panoramafilm, den Erb in den EnBW-Ausbildungsstätten gedreht hat, als Video betrachtet werden.

 
Zum Vergleich wird der gleiche Film dort auch in der Smartphone-Version gezeigt. Am wirklichkeitsgetreuesten entsteht Virtual Reality selbstverständlich mit den teuren Varianten der VR-Brille (syn. Datenbrille), im Fachjargon Head Mounted Display genannt. Auch von diesen Tools gibt es mittlerweile eine Low-Budget-Version, hergestellt von Google. Eine amerikanische Universität, das Savannah College of Art and Design, hat unlängst 5000 solcher Google-Pappbrillen an seine potenziellen Studenten verschickt.
 

Virtual Reality: Das Sesam-öffne-dich im Recruiting

Virtual Reality könnte sich in den nächsten Jahren zum Sesam-öffne-dich in HR und PR entwickeln. Schwierige Sachverhalte – wie funktioniert ein automatisiertes Walzwerk? – werden den Interessenten nicht erklärt, sondern veranschaulicht. Ein Betrieb möchte mit seinen tollen Sozialräumen werben? – Abgestandene Phrasen – aber nicht mit Virtual Reality. Die Deutsche Bahn zeigt auf Jobmessen ihren künftigen Mitarbeitern im Panoramafilm, wie man Gleise baut oder wie ein ICE instandgehalten wird. Und Virtual Reality ist nicht nur Konsum, sondern fordert die Betrachter auch zu Aktivität auf.

 
Es gibt bereits Hochschulen, die künftige Zahnärzte mit der Datenbrille und Touchpad den Instrumenteneinsatz üben lassen. Mittels Flysticks und Datenhandschuh könnten künftige Auszubildende auf ihre technische Geschicklichkeit geprüft werden. Ziel ist es, interaktives VR-Training standardmäßig zur Skills-Überprüfung auf Studien- und Ausbildungsmessen einzusetzen. Dass es bis dahin noch ein langer Weg ist, wagen Pioniere wie Oliver Erb von EnBW zu bezweifeln. Denn sie haben jetzt schon Virtual Reality erfolgreich in ihr Recruiting integriert und können von sich sagen: Unsere Bewerber haben uns wirklich kennengelernt.
 

Quellen: http://www.einstieg.com/blog/wie-hochschulen-und-unternehmen-mit-virtual-reality-ihr-recruiting-pushen-koennen/
http://blog.recrutainment.de/2015/06/12/enbw-das-erste-deutsche-grossunternehmen-das-virtual-reality-im-azubimarketing-einsetzt-wie-genau-oliver-erb/
http://www.austinfraser.com/en/virtual-reality-in-recruitment-could-this-be-a-game-changer-2/
 

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