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Aktuelle Shell Jugendstudie – Wie ticken die Arbeitnehmer von morgen?

Die Shell Jugendstudie wird seit 1953 durchgeführt. Ihr Ziel besteht darin, die Werte, Einstellungen und Zukunftsvorstellen von Jugendlichen so umfassend wie möglich zu durchleuchten. Die Ergebnisse sind für Politiker, Medien, Unternehmen und natürlich auch für Recruiter interessant – schließlich äußern sich in der Studie diejenigen, die unsere Gesellschaft in Zukunft mitgestalten werden und nicht zuletzt die künftigen Arbeitnehmer.
 

Ende 2015 ist die 17. Ausgabe der Shell Jugendstudie erschienen. Befragt wurden dafür 2.558 Jugendliche aus den alten und den neuen Bundesländern im Alter von zwölf bis 25 Jahren. Die Erhebung erfasst damit auch erste Auswirkungen des Übergangs zwischen der Generation Y und der nachfolgenden Generation, deren Vertreter seit der Jahrtausendwende geboren wurden. Im Vergleich zur Shell Studie des Jahres 2010 zeigt sich: Der Trend zu Pragmatismus und einem optimistischen Blick auf die persönliche Zukunft hält auch fünf Jahre später ungebrochen an. Rund ein Drittel der jungen Generation sieht sich selbst als „Macher“, die Wert darauf legen, ihre Lebensbedingungen und Perspektiven selber zu gestalten.
 

„Macher“ versus „Materialisten“
Im Hinblick auf ihre grundsätzliche Wertorientierung teilen die Studienautoren die junge Generation in vier große Gruppen ein. Als „Macher“ beschreiben sich 31 Prozent der jungen Männer und 32 Prozent der jungen Frauen. Wichtig sind für sie Werte wie Fleiß und Ehrgeiz, aber auch Phantasie und Kreativität. Sie wünschen sich einen hohen Lebensstandard, gleichzeitig wollen sie sozial Benachteiligten helfen. Außerdem erwarten sie Meinungstoleranz. Am anderen Ende dieser Skala stehen die „Bodenständigen“ (rund 20 Prozent der Männer und 30 Prozent der Frauen), die in ihren Wertvorstellungen von den „Machern“ nicht allzu weit entfernt sind, jedoch weniger Wert auf einen hohen Lebensstandard legen. Auffällig ist der Rückgang des Anteils der „Materialisten“. 25 Prozent der Männer sehen sich als leistungsbereite, kreative Materialisten, die natürlich auch einen hohen Lebensstandard erzielen wollen – 2010 waren es noch knapp 35 Prozent der Männer. Bei den Frauen ist ihr Anteil von über 20 auf unter zehn Prozent gefallen. Die „Idealisten“ haben sich tendenziell in eine private Welt zurückgezogen, ihr Anteil liegt bei beiden Geschlechtern bei etwa 25 Prozent.
 

Spannend für Recruiter und potentielle Arbeitgeber: Die junge Generation steht in ihrer absoluten Mehrheit für Werte, die sich auch die Unternehmen von ihren Mitarbeitern wünschen. Interessant für Arbeitgeber dürfte auch sein, dass unter den Erwartungen an die Berufstätigkeit die Hoffnung auf einen sicheren Arbeitsplatz mit 71 Prozent an allererster Stelle steht – die Arbeitnehmer der Zukunft sehen sich also keineswegs als die oft zitierten „Jobnomaden“. Insgesamt wünschen sich 95 Prozent der Jugendlichen eine sichere Stelle.
 

Durchwachsen aus einer Arbeitgeberperspektive sind dagegen die Antworten der Jugendlichen auf die Frage, ob sie einmal eigene Kinder haben wollen. 2010 antworteten hier noch 69 Prozent mit „ja“, inzwischen planen nur noch 64 Prozent die Gründung einer eigenen Familie. Was sich für die Karriereplanung in den Unternehmen als produktiv erweisen könnte, birgt langfristig einen Pferdefuß: Die Frage nach den „High Potentials“ von übermorgen und damit nach dem „Kampf um die Talente“ wird angesichts solcher Perspektiven langfristig noch prekärer, als sie bereits heute ist.
 

Berufserwartungen: Einkommen, Leistung, ausgeglichene Work-Life-Balance
Im Hinblick auf ihre Berufsorientierung und ihre Erwartungen haben die Studienautoren die Jugendlichen etwas anders segmentiert. Dem Arbeitsmarkt stehen demnach künftig 37 Prozent „Durchstarter“, 27 Prozent Bodenständige sowie jeweils 18 Prozent „Distanzierte“ und „Idealisten“ zur Verfügung. Den „Durchstartern“ sind vor allem ein hohes Einkommen (91 Prozent), aber auch das Gefühl, etwas zu leisten (76 Prozent) wichtig. 71 Prozent erwarten geregelte Arbeitszeiten mit festem Beginn und Ende. Immerhin 63 Prozent betrachten Überstunden als eine Voraussetzung für eine erfolgreiche Karriere. Die „Bodenständigen“ haben vergleichbare Einkommenserwartungen (90 Prozent) und legen ausgesprochen hohen Wert auf geregelte und begrenzte Arbeitszeiten (91 Prozent), das subjektive Leistungsempfinden sowie Überstunden sind ihnen mit 31 Prozent und 42 Prozent dagegen deutlich weniger wichtig. „Distanzierte“ und „Idealisten“ haben demgegenüber weniger klare Prioritäten, wobei das Gefühl, etwas zu leisten für 80 Prozent der „Idealisten“ (aber nur 24 Prozent der „Distanzierten“) von Bedeutung ist.
 

Insgesamt ist ein hohes Einkommen jedoch nicht die hauptsächliche Erwartung – an erster Stelle lag es nur bei einem Drittel der Befragten. 58 und 48 Prozent wünschen sich dagegen einen Job, in dem sie eigene Ideen einbringen können und neben der Arbeit genügend Freizeit haben. Gute Aufstiegsmöglichkeiten und vielfältige Kontakte zu anderen Menschen waren für 37 und 31 der Jugendlichen wichtig.
 

Auch aus diesen Zahlen geht hervor, dass Arbeitgeber bei der künftigen Arbeitnehmergeneration überwiegend mit hochmotivierten, leistungsbereiten Kandidaten rechnen können. Das Thema Work-Life-Balance – auch heute in den meisten Firmen im Hinblick auf Employer Branding und Mitarbeiterbindung ein wesentliches Thema – schränkt das nicht ein. Letztlich stehen die Unternehmen weiterhin vor der Aufgabe, ein leistungsförderndes Arbeitsumfeld und Möglichkeiten einer ausgeglichenen Work-Life-Balance zu schaffen.
 

Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass nur 37 Prozent der Jugendlichen den Arbeitsmarkt als wichtigste politische Priorität begreifen, 2010 waren rund 80 Prozent dieser Meinung. Offensichtlich vertrauen die Befragten mehrheitlich darauf, dass sie ihren Weg im Arbeitsleben auch ohne größere staatliche Einflussnahme machen werden. Relevantere politische Themen waren für sie beispielsweise Kinder- und Familie, Bildungs- und Wissenschaftspolitik sowie soziale Absicherung und Rente. Angst vor einer Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage und eigener Arbeitslosigkeit hatten 51 bzw. 48 Prozent der Befragten.
 

Omnipräsenz des Internets
Aktive Internetnutzer sind praktisch alle Jugendlichen in den untersuchten Altersgruppen, in den sozialen Netzwerken sind 90 Prozent von ihnen unterwegs. Bei ihren Internet- und Social-Media-Aktivitäten spielen unterschiedlichste Bedürfnisse – Informationsgewinnung, Unterhaltung, Shopping oder auch Selbstdarstellung – eine Rolle. Pro Woche sind sie zwischen elf und 25 Stunden online, haben dabei jedoch mehrheitlich einen durchaus kritischen Blick auf das Internet entwickelt.
 

Recruiter sollten die Omnipräsenz des Internets und der sozialen Medien also unbedingt im Blick behalten – ihre potentiellen Kandidaten informieren sich vor allem dort, auch ein wesentlicher Teil ihrer Kommunikation findet online statt. Voraussetzung dafür sind allerdings glaubwürdige Online-Inhalte und Kommunikationsformen, die den Erwartungen der jungen Generation entsprechen.
 

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