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Marco Kainhuber

Integrationsinstrument Zeitarbeit: neue Argumente

Es ist eine gesamtgesellschaftliche und langwierige Aufgabe, die Flüchtlinge, die hilfesuchend und traumatisiert in unser Land kommen, zu integrieren. Die Integration durch Arbeit ermöglicht soziale Kontakte zu Einheimischen und Flüchtlinge können durch ein Beschäftigungsverhältnis ihre Bedürftigkeit und Abhängigkeit überwinden, indem sie eigenverantwortlich beginnen, ihren Lebensunterhalt wieder selber zu bestreiten. Der Referentenentwurf für das neue Integrationsgesetz betont die Eigeninitiative und Integrationsbereitschaft jedes einzelnen Flüchtlings. Diese will man durch staatliche Angebote und Anreize zwar durchaus fördern, aber in Zukunft eben auch fordern. Stichwort: Leistungskürzung bei verweigerter Mitwirkungspflicht.
 

Aus diesem Grund muss den Flüchtlingen mit hoher Bleibeperspektive schnellstmöglich der volle Arbeitsmarktzugang ermöglicht werden.

 

Die Asylverfahren müssen massiv beschleunigt werden, damit das Warten und die Planungsunsicherheit für die Flüchtlinge ein Ende haben. Erst wenn feststeht, ob ein Flüchtling eine hohe Bleibeperspektive hat, macht es Sinn, ihn zu Integrations- und Sprachkursen zuzulassen, denn auch Arbeitgeber brauchen eine Planungssicherheit. Ein positiver Ansatz im Bereich der Ausbildung ist, dass das Bleiberecht für Asylbewerber und Geduldete für die Ausbildungsdauer plus 2 Jahre ausgedehnt wurde. Denn die Arbeitserlaubnis wird von der Ausländerbehörde grundsätzlich immer nur befristet erteilt. So hat der Ausbildungsbetrieb immerhin für eine festgelegte Zeit Planungssicherheit.
 

Die Zeitarbeit ist als Integrationsfaktor sowohl für Flüchtlinge mit hoher, als auch mit geringer Bleibeperspektive interessant.

 

Ihre über Jahrzehnte gewachsene Integrationskompetenz kann dazu beitragen, die interkulturelle Integration voranzutreiben. Die vielfältigen Möglichkeiten, die Zeitarbeit Flüchtlingen mit hoher Bleibeperspektive bieten kann, wurden in unserem letzten Blogartikel Hoffnungsträger Zeitarbeit: eine vielversprechende Lösung, um Flüchtlinge in unseren Arbeitsmarkt zu integrieren ausführlich beschrieben. Es handelt sich dabei zum Teil um sehr aufwendige Investitionen, die sich aber langfristig für alle Beteiligten auszahlen werden. Dass Arbeitgeber dafür eine gewisse Planungssicherheit benötigen, ist nur allzu verständlich.
 

Sprache ist der Schlüssel zur Integration. Insbesondere für Flüchtlinge, deren Sprachkenntnisse noch rudimentär sind, bietet die Zeitarbeit einen Zugang zur gelebten Sprache

 

Denn kein Integrations- und Sprachkurs ist besser als training on the job. Die Mittel und Kapazitäten, die die Politik momentan für Sprach- und Integrationskurse für Flüchtlinge zur Verfügung stellt, reichen nicht aus. Gerade im Hinblick auf diese fehlenden Ressourcen ist die Zeitarbeit ein hervorragendes Bindeglied, um die Ziele der Integrations- und Sprachkurse umzusetzen. Hier übernimmt die Zeitarbeit quasi einen praxisorientierten Lehrauftrag: Basiskenntnisse in Arbeitskultur und Sprache.
 

Arbeiten ohne Deutschkenntnisse – in der Zeitarbeit ist auch das möglich.

 

Zeitarbeit stellt oft einfachste Tätigkeiten zur Verfügung, für die rudimentäre Deutschkenntnisse ausreichen. Das Plus der Zeitarbeitsfirmen ist, dass sie Flüchtlinge intensiver unterstützen und an die Hand nehmen können – im ganz konkreten Sinne – indem sie sie beispielsweise am Anfang zur Arbeit begleiten. Da die durchschnittliche Überlassungsdauer in der Zeitarbeit ca. 3 Monate beträgt und die Arbeitseinsätze oft kurzfristig sind, ist die Zeitarbeit sogar für Flüchtlinge mit geringer Bleibeperspektive interessant. Für Arbeitgeber: Das Problem einer langfristigen Planungsunsicherheit entfällt. Für Flüchtlinge: Sie sind hoch motiviert und wollen arbeiten. Kurze einfache Einsätze in der Zeitarbeit sind eine gute Alternative zum Dauerwarten im Flüchtlingsheim, denn jede Motivation schwindet, wenn zu lange die gewünschte Aktivität ausgebremst und verhindert wird.
 

Links: www.welt.de/politik/deutschland/article154891372/So-will-die-Bundesregierung-Fluechtlinge-integrieren.html
 

Marco Kainhuber

Marco Kainhuber beschäftigt sich seit knapp zwei Jahrzehnten mit den Themen E-Recruiting, Personalmarketing und Innovationen im Data Driven Recruiting – speziell für Personaldienstleister. Unter der Rubrik „Marcos Meinung“ veröffentlicht er regelmäßig Aktuelles aus dem Recruiting und der Zeitarbeit.

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