Die magische Stellenanzeige

Die magische Stellenanzeige

Autonom zum Bewerber (Teil 2)

Ein Blick in die Zukunft bietet sich besonders zum Jahresende an. Deshalb ist unser letzter Artikel in diesem Jahr eine Geschichte über die autonome Stellenanzeige, denn die Zukunft wird autonom. Marketing-Kampagnen werden ins Recruiting einziehen. Intelligente Systeme werden Banner bauen und den Content ausspielen, der auch in der Stellenanzeige zu finden ist. Recruiting wird künftig teilautonom. Und hier unsere Geschichte dazu:

Babsi braucht einen Software-Entwickler in München und möchte eine Stellenanzeige schalten. Ihr Glück: Sie arbeitet mit einer intelligenten Recruiting-Software. Diese kann selbständig eine Stellenanzeige erstellen und veröffentlichen – nicht nur auf Jobbörsen und bei der Bundesagentur für Arbeit. Für die autonome Stellenanzeige gibt Babsi lediglich zwei Informationen in Ihr System ein: Software-Entwickler und München. Hier beginnt der Zauber von Big Data. So kann sich Babsi anderen Aufgaben widmen.

Die Magie basiert auf Datenanalyse

Für Babsi ist wichtig: Wie lange dauert es einen passenden Bewerber zu bekommen? Wie wahrscheinlich ist es, dass der Bewerber auch eingestellt wird? Und vor allem: Wie zufrieden wird der neue Mitarbeiter sein? Denn die Wechselquote ist für Arbeitgeber relevant. Dies kann man mittels Big Data-Analysen berechnen. Zu den Daten, die in die Berechnung einfließen, gehören unter anderem die Arbeitslosenquote und das Wirtschaftswachstum am Einsatzort sowie die Anzahl der jobsuchenden Software-Entwickler in München.

Da einer der wichtigsten Punkte bei einer Stellenanzeige der Jobtitel ist, wird ebenfalls geprüft, was der meistgesuchte Jobtitel für die ausgeschriebene Stelle ist. Ist es der Software-Entwickler, der ITler, der Programmierer oder der Informatiker? Auch die Attraktivität, Bekanntheit und Art des ausschreibenden Unternehmens beeinflussen den Bewerberrücklauf und werden somit bei der Datenanalyse berücksichtigt.

Um die magische Stellenanzeige autonom zu erstellen und zu veröffentlichen, sind nun 3 Schritte nötig:

1. Targeting (Bewerber-Persona)
2. Prediction (Bewerbervorhersage)
3. Programmatic Job Advertising (Auswahl und Ausspielung auf den richtigen Medienkanälen)

Abrakadabra: Hier kommt die Bewerber-Persona

Auf Grundlage der analysierten Daten wird eine detaillierte Bewerber-Persona erstellt. Sie ist ausschlaggebend, um die Zielgruppe der Stellenanzeige optimal anzusprechen und eine Bewerbung auszulösen. Was ist für den Kandidaten in einem künftigen Job wichtig? Was für eine Persönlichkeit ist er? Wann trifft man ihn wo im Internet an? Das alles und noch viel mehr wird im sogenannten Targeting berechnet.

Damit eine Stellenanzeige magisch werden kann, müssen somit zunächst zahlreiche Daten miteinander in Beziehung gesetzt und analysiert werden. Dieses Wissen sollte im Idealfall über lange Zeiträume und aus unterschiedlichen Quellen gesammelt und auf der Grundlage intelligenter Algorithmen analysiert werden. Dann ist der Blick in die Glaskugel der Bewerber-Vorhersagen auch keine wage Vermutung, sondern faktenbasierte Realität.

Simsalabim: die Bewerber-Vorhersage

Die Zauberzutaten sind zusammengestellt, die Daten analysiert. Ergebnis: Ein Software-Entwickler in München ist momentan sehr schwer zu bekommen. Das dürfte jeder wissen, der auf dem aktuellen Bewerbermarkt nach IT-Fachkräften sucht. Aber Babsis datenbasierte Recruiting-Software kann mehr. Sie gibt Babsi eine konkrete Bewerber-Vorhersage:

Um einen Entwickler einstellen zu können, werden fünf Bewerber benötigt. Damit Babsi fünf Bewerbungen erhält, sind 500 Klicks erforderlich (Prediction). Mit diesem Wissen können nun die geeigneten Medienkanäle ausgewählt werden.

Dreimal schwarzer Kater: die richtigen Medienkanäle

Wo sollte die Stellenanzeige veröffentlicht werden, um ausreichend Traffic (= Ein Klick auf eine Stellenanzeige) zu bekommen und somit genügend Bewerbungen zu generieren? Hier kommt das Programmatic Job Advertising zum Einsatz. Dabei werden die richtigen Medienkanäle und sogenannten Publisher programmatisch ausgewählt.

Die Vermarktungsgebühr wird in Echtzeit (Real Time Bidding – RTB) mit den Medienkanälen verhandelt. Bezahlt wird letztendlich nur der Klick: Cost per Click (CPC). Aus dem Mix der anfallenden Kosten – entsprechend dem Real-Time-Bidding, dem Multiposting und der erforderlichen Kampagnen erfährt Babsi genau, was es kostet, um einen Software-Entwickler in München einzustellen.

Magie wie aus Geisterhand: Autonome Anzeigenerstellung und -veröffentlichung

Wie von Zauberhand erstellt Babsis System die Stellenanzeige entsprechend der zuvor berechneten Kriterien autonom:

• mit dem besten Jobtitel
• in ansprechendem Design
• unter Berücksichtigung aktueller Trends und der Wettbewerber
• mit überzeugendem Inhalt, genau abgestimmt auf die Bewerber-Persona in der Sprache des Kandidaten
• im Responsive Design
• im individuellen Kunden-CI
• und dem Hinweis wie man sich präsentieren sollte

und veröffentlicht sie im intelligenten Multiposting-Verfahren auf den vorher ausgewählten Kanälen.

Ein Griff in die Trickkiste: Stellenanzeigen sind Werbeanzeigen

Die Bewerber-Persona hat ergeben, dass Babsis gewünschte Zielgruppe aber tendenziell nicht auf Jobbörsen anzutreffen ist. Wieso? Software-Entwickler in München sind in der Regel nicht arbeitsuchend. Das heißt man erreicht sie nicht, wenn man die Stellenanzeige nur auf Jobbörsen und Karriereseiten schaltet. Wo würde Babsis gewünschter Kandidat die Stellenanzeige sehen? Als eingefleischter Fußballfan zum Beispiel auf einer Bannerfinanzierten Homepage seines Fußballvereins oder der Sportnachrichten. Deshalb wird unter anderem Babsis Stellenanzeige als Werbebanner auf einer Sportnachrichtenseite veröffentlicht.

Die Magie geht weiter: Permanente Erfolgskontrolle in Echtzeit …

… aber nicht von Babsi, denn damit nicht genug: Die Klicks auf die Stellenanzeige, die Absprungraten, der Bewerberrücklauf, die Einstellungsquote, etc. werden automatisch überwacht. Gibt es zu wenig Klicks und einen zu geringen Bewerberrücklauf? Routenkorrektur – wie bei einem Navi. Das bedeutet, dass die Anzeige geboostet, Recruiting-Kampagnen gebucht und eventuell zusätzliche Klicks bei Premium-Jobbörsen oder auf anderen Plattformen gekauft werden – je nachdem, was, wo notwendig ist.

Merlin Babsi schwingt den Zauberstab

Und jetzt kommt Babsi wieder ins Spiel: Bei ihr gehen die Bewerbungen ein. Zum Beispiel die von Paul, einem Software-Entwickler aus Köln, der neue berufliche Herausforderungen sucht. Er war zwar nicht aktiv auf Jobsuche, aber als er am Smartphone auf einer Fußballnachrichtenseite surfte, fiel ihm eine Stellenanzeige für einen Software-Entwickler in München auf. Spontan hat er sich mit nur einem Klick vom Smartphone aus beworben. Keine 36 Stunden später sitzt Paul bei Babsi im Vorstellungsgespräch. Babsis Bauchgefühl kann Big Data nicht ersetzen. Die Candidate Journey der Zukunft beschreibt Pauls Bewerberreise.

Fazit

Nur wer wirklich schnell ist und auch die nachgelagerten Recruiting-Prozesse optimiert und beschleunigt, wird in Zukunft die wenigen und deshalb umso begehrteren Fachkräfte an Land ziehen können. Eine Stellenanzeige ist eine Werbeanzeige und kann auf jeder Webseiten geschaltet werden, die sich über Banner finanziert. Man muss künftig da schalten, wo sich die Zielgruppe aufhält.

Das kann genauso auf Seiten für Ticketbuchungen für Fußballspiele sein, auf Youtube oder auf Werbeplätzen von Apps. Bis dahin muss sich noch einiges tun in der Recruiting-Welt, aber Assistenzsysteme mit Empfehlungsalgorithmen für Recruiter sind schon heute Realität. In diesem Sinne: Allen Lesern einen guten Rutsch ins neue Jahr und viel Erfolg bei der Realisierung Ihrer Ziele und Visionen!

Durch Big Data werden Visionen Wirklichkeit! Unsere neueste Vision ist die eben beschriebene AUTONOME STELLENANZEIGE. Lassen Sie sich begeistern und nehmen Sie mit uns Kontakt auf, wenn auch Sie sich für Data Driven Recruiting und für unsere Recruiting-Software persy oder die Dienstleistungen unserer Recruiting-Agentur pergenta interessieren!

Friederike von Hundelshausen betreut Marcos Recruiting Blog von GermanPersonnel seit Februar 2016 und unterstützt das Social Media Team. Neben dem Schreiben eigener und dem Redigieren fremder Texte plant die Geisteswissenschaftlerin auch die Blog-Themen und organisiert Beiträge von Gastautoren.

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