Lebenslanges Lernen

Lebenslanges Lernen

Unsere Großeltern erlernten einen Beruf, übten ihn ein Leben lang bei derselben Firma aus und gingen dann in Rente. Während ihres Arbeitslebens stiegen sie mit Alter und Erfahrung in der Position empor. So etwas gibt es nicht mehr. Die Zeiten sind wechselhafter, aber vielleicht auch spannender geworden. Globalisierung, Digitalisierung und ein schnelllebiger Markt zwingen alle Berufsangehörigen zum dauerhaften Erlernen neuer Kenntnisse.

Eine Weiterbildung bringt Dich in Deiner Branche auf den neusten Stand, vergrößert Dein allgemeines Wissen und befähigt Dich, „über den Tellerrand“ hinauszusehen. Weiterbildungen festigen Deine Position im Unternehmen, fördern Deinen Aufstieg und machen Dich fit für neue Denkweisen. Auch finanziell geht es mit ihnen aufwärts: 2016 gaben Personaler in einer Umfrage an, dass regelmäßig besuchte Weiterbildungen zu 78 Prozent Anlass für eine Gehaltserhöhung waren.

Weiterbildung erweitert Deinen Horizont

Weiterbildung und Fortbildung sind zwei unterschiedliche Worte, weil sie zwei unterschiedliche Qualifizierungsmaßnahmen bezeichnen. Fangen wir mit der Weiterbildung an. Ein Beispiel: Du arbeitest in einer Marketing-Abteilung und interessierst Dich für ein Seminar, das Dir die Grundlagen eines Bildbearbeitungsprogramms vermittelt. Bildbearbeitung ist Deinem Arbeitsbereich nicht fremd, fällt aber eher in das Ressort des Mediendesigns. Für das Seminar gibt es keinen konkreten betrieblichen Zweck. Dennoch baust Du mit ihm Dein Qualifikationsprofil aus. Das Fotobearbeitungsseminar ist eine Weiterbildung. Sie kann, muss aber nicht vom Arbeitgeber finanziert werden.

Fortbildung vermittelt Dir berufsspezifische Qualifikationen

Der klassische Fall für eine Fortbildung: Der Arbeitgeber führt ein neues Kalkulationsprogramm ein. Das Erlernen ist für Deine Berufstätigkeit lebensnotwendig. Der Arbeitgeber hat selbst ein großes Interesse an dem Wissenserwerb seiner Angestellten. Bei dieser konkreten berufsspezifischen Qualifizierungsmaßnahme handelt es sich um eine Fortbildung. Sie wird in der Regel vom Arbeitgeber bezahlt.

Umschulung dient der Neuorientierung

Eine Umschulung ist eine berufliche Neuorientierung. Du erlernst ganz neue Inhalte, schlüpfst in einen neuen Beruf. Eine Umschulung kann teuer werden, aber eventuell übernimmt die Arbeitsagentur Kursgebühren und Lebensunterhalt. Dazu musst Du eine abgeschlossene Ausbildung besitzen und nachweisen, dass Du Deinen Beruf nicht mehr ausüben kannst oder dieser nicht zukunftsfähig ist. Der angestrebte Beruf muss Dir gute Stellenaussichten bieten.

Die Finanzierung der Maßnahmenarten

Die Finanzierung von Fort- und Weiterbildungen ist weniger konkret geregelt. Der Arbeitgeber ist zur Finanzierung nicht verpflichtet. Fortbildungen, die für den Arbeitsablauf unerlässliche Kenntnisse vermitteln, werden aber in der Regel bezahlt. Ein Recht auf Weiterbildung gibt es nicht. Es können innerbetriebliche Vereinbarungen existieren, in welchem Umfang der Arbeitgeber Weiterbildungen finanziert. Ansonsten empfiehlt es sich, solche Dinge individuell im Arbeitsvertrag zu regeln. Wenn nichts geregelt ist, stellen viele Arbeitgeber ihre Angestellten für die Weiterbildung frei – eine Art unbezahlter Urlaub.

Bildungsurlaub

In den meisten Bundesländern gibt es einen Rechtsanspruch auf fünf Werktage Freistellung pro Jahr zum Zweck der Weiterbildung. Dieses Modell heißt Bildungsurlaub. Du kannst in dieser Zeit Italienisch lernen oder einen Kurs für Landschaftsfotografie besuchen – nach dem Motto: Mal sehen, wozu ich es im Laufe meiner Karriere noch gebrauchen kann. Die Weiterbildungsmaßnahme muss nur eine Bedingung erfüllen: Sie muss als Bildungsurlaub anerkannt sein.

Staatliche Förderungen

Du empfindest es als ungerecht, in die eigene Tasche greifen zu müssen, wenn Du Kenntnisse erwirbst, von denen Dein Chef profitiert? – Der Staat unterstützt Dich bei der Weiterbildung. Pauschal werden Dir vom Finanzamt 920 Euro für Bildungsmaßnahmen angerechnet. Dann gibt es die Bildungsprämie, einen 500-Euro-Gutschein. Du kannst ihn nutzen, wenn Du aufgrund Deines Einkommens nicht in der Lage bist, eine Weiterbildung zu finanzieren. Außerdem stehen den Bundesländern Gelder aus dem Europäischen Sozialfond bereit. Infos über die Bildungsprämie findest Du beim Bundesministerium für Bildung und Forschung und hier alles Wichtige zum Bildungsurlaub.

Adressen fürs lebenslange Lernen

Lebenslanges Lernen ist Notwendigkeit. Dementsprechend groß ist der Markt mit Kursen für Fort- und Weiterbildung. Das Internet ermöglicht es Dir, nach seriösen Anbietern zu suchen. Von der Industrie- und Handelskammer zertifizierte Kurse für die Weiterbildung sind bei der IHK einzusehen. Auch die Arbeitsagentur pflegt einen Pool von Weiterbildungs-Kursen. Bei den Berufsverbänden kannst Du ebenfalls eine Sammlung kompetenter Kursangebote finden. Und natürlich tummeln sich auf dem Markt der Fort- und Weiterbildung jede Menge privater Träger. Das Bundesinstitut für Berufsbildung hat viele Informationen und Kriterien zusammengestellt, mit deren Hilfe qualifizierte Kursanbieter identifiziert werden können.

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