Alternativen zu Gehaltserhöhungen – Teil 2/2

Alternativen zu Gehaltserhöhungen – Teil 2/2

Benefits – Es ist nicht alles Gold was glänzt!

In unserem Blogartikel Alternativen zu Gehaltserhöhungen haben wir uns ausgiebig mit Benefits als Alternative zu Gehaltserhöhungen beschäftigt. Der Artikel ist auf den Social Media Kanälen auf großes Interesse gestoßen. Wir begrüßen die tollen Möglichkeiten, mit euch in direkten Kontakt zu treten und natürlich nehmen wir auch die Anregungen unserer Leser ernst. Deshalb ergänzen wir den ersten Artikel nun noch mal um das Thema Grundgehalt als Berechnungsbasis für diverse Bereiche und damit um die möglichen negativen Aspekte einer Regelung via Benefit.

Muffin

Benefits – Welche Risiken bringen sie mit sich?

Jede Medaille hat bekanntlich zwei Seiten. Das gilt ohne jeden Zweifel auch für eine Gehaltserhöhung per Benefit. Der Benefit ist eine Zusatzleistung, die das Gehalt nicht tangiert.

Sinn des Benefis besteht darin, dass der Vorteil ungekürzt beim Arbeitnehmer ankommt, nicht darin ein niedrig angesetztes Grundgehalt zu kompensieren.

Wird er so eingesetzt, ist das vom Grundgedanken her eine eher ‚missbräuchliche‘ Nutzung. Allerdings gibt es natürlich auch Arbeitgeber, die ein niedrig angesetztes Grundgehalt aushandeln, um möglicherweise Differenzen zum Wunschgehalt des Bewerbers mittels Benefits auszugleichen. Hierin liegen Gefahren für die Zukunft. Welche, zeigen wir im Folgenden auf.

Muffin

Ein niedriges Grundgehalt rächt sich nicht nur bei der Rente

Jede Erhöhung beim Grundgehalt hat selbstverständlich unmittelbare Auswirkungen auf den späteren Rentenbescheid. Aus diesem Grund ist ein hoch angesetztes Grundgehalt, das über einen langen Zeitraum gezahlt wird, wichtig für jeden Arbeitnehmer. Das muss es auch sein, denn nur mit dem hohen Grundgehalt wird im Rentenalter eine ‚Altersarmut‘ vermieden und der Gang zum Jobcenter, um dort die Grundsicherung im Alter zu beantragen, überflüssig.

Aber ist das hohe Grundgehalt immer – wirklich immer – zwingend notwendig, um die Grundsicherung zu umgehen? Nein, denn Unternehmen haben ebenso die Option, mit einem stimmigen Konzept der betrieblichen Altersvorsorge ein niedriges Grundgehalt mit additionalen Benefits über den kreativen Weg zu kompensieren. Wichtig ist nur, dass es am Arbeitsende in der Kasse stimmt.

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Ein hohes Grundgehalt sichert den Lebensstandard in vielen Bereichen

Doch natürlich gibt es weitere Bereiche, in denen ein recht hohes Grundgehalt massive Vorteile bringt – auch ganz ohne Benefits. Auch hier haben die Unternehmen die Möglichkeit, regulierend einzugreifen – wie, das zeigen wir euch nun.

Das Grundgehalt dient im Krankheitsfall als Berechnungsgrundlage für eventuell zu zahlendes Krankengeld.

Da sich das zu zahlende Krankengeld am Bruttolohn des Arbeitsnehmers ausrichtet – 70 Prozent vom Arbeitseinkommen – ist hier ein zu geringes Gehalt im Fall einer langen Krankheit ohne Zweifel dramatisch. Ein hohes Grundgehalt steht für ein hohes Krankengeld zu Deckung der Kosten.

Der Arbeitgeber kann jedoch auch hier ansetzen und bei einer Benefitregelung dem Arbeitnehmer die Kosten einer Zusatzversicherung stellen. Darüber würden dann im Krankheitsfalle Leistungen erbracht, die den Lebensunterhalt (Miete, Strom, Gas, Wasser usw.) sichern helfen. Ihr seht, auch hier gibt es Auswege aus der Misere. Sie müssen nur genutzt werden.

Mutterschutz, Elternzeit und bei eventuell eintretender Arbeitslosigkeit sind jedoch tatsächlich in Bereiche, die du kaum noch anderweitig auffangen kannst.

In diesen Sektoren ist das Grundgehalt A und O. Es dient als Berechnungsgrundlage für Leistungen, die nur sehr schwer – oder gar nicht – durch anderweitige Absicherungen zu puffern sind.

Muffin

Nachteile von Zusatzleistungen

Kosten entstehen dir zum Beispiel dann, wenn der Benefit in Form eines Pkw entrichtet wird. Du hast einen geldwerten Vorteil und musst ein Prozent des Listenpreises versteuern. Bietet man dir ein sehr teures Fahrzeug an, kommen hierbei hohe Abzüge auf dich zu. Ich entsinne mich zurück, als man mir einen voll ausgestatteten Audi A8 aus dem Vorstands-Fuhrpark angedeihen lassen wollte. Er hätte mir eine monatliche Steuerlast von knapp 1.300 Euro beschert.

Nicht nur für dich als Arbeitnehmer können sich Benefits zum Nachteil auswirken.

Wird zum Beispiel nicht schriftlich fixiert, dass es sich um eine Leistung handelt, die auf freiwilliger Basis erfolgt, kann das Unternehmen sie nicht einfach so aufkündigen und ist weiter in der Leistungspflicht. Selbst wenn es die Leistung streichen würde.

Auch für dich erwächst aus der Freiwilligkeit ein ‚Problem‘. Ist nicht vertraglich festgehalten, dass die Leistung während der Gültigkeit des Arbeitsverhältnisses bestehen bleibt, kann sie unter Umständen jederzeit ohne Wahrung von Fristen aufgekündigt werden. Somit kann es für beiden Seiten ärgerlich sein. Der Arbeitgeber will aufkündigen, kann das aber nicht tun oder du willst die Leistung behalten, aber der Arbeitgeber kündigt sie dir auf.

Aus diesem Grund ist es wichtig, über vertragliche Regelungen Rechtssicherheit für beide Parteien zu schaffen – oder einfach doch das Grundgehalt anheben, wenn es keine Einigungen gibt. Da bliebe dann zum Beispiel die Option, dass auf das 13. Monatsgehalt verzichtet und stattdessen lieber das Grundgehalt pro Monat erhöht wird.

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