Zeitarbeitsfirmen in Deutschland

Zeitarbeitsfirmen in Deutschland

Wie verändert sich die Landschaft unserer Personaldienstleister?

Seitdem die Arbeitnehmerüberlassung in Deutschland erstmals 1972 gesetzlich reglementiert wurde, entwickelt sie sich mit zunehmender Dynamik zu einem Erfolgsmodell. Im Juni 2016 waren nach Zahlen der Bundesagentur für Arbeit 1,006 Millionen Menschen in einem Zeitarbeitsverhältnis beschäftigt. Das sind so viele wie noch nie.

Der Markt wächst – und mit ihm der Wettbewerbsdruck

Auch die Anzahl der Zeitarbeitsfirmen wächst kontinuierlich, was zu einem zunehmend höheren Wettbewerbsdruck unter den Unternehmen führt. Daher zählt für den Interessenverband Deutscher Zeitarbeitsunternehmen iGZ die Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit zu einer der zentralen Herausforderungen der Branche.

Auch die Digitalisierung der Arbeitswelt, die vor allem in der gewerblichen Wirtschaft zunehmend an Fahrt aufnimmt, ist laut iGZ ein Thema, auf das Zeitarbeitsunternehmen reagieren müssen.

Die Digitalisierung ist als Wachstumstreiber ein Must-have.

Parallel müssen sie ihre Recruiting-Prozesse so gestalten, dass sie mit den Anforderungen ihrer Kunden Schritt halten und deren Personalbedarf schnell und effizient erfüllen können.

Die Zeitarbeits-Branche im Wandel

Als vierte zentrale Herausforderung sieht das iGZ die Notwendigkeit eines erfolgreichen Kompetenzmanagements. Dies kann Antworten auf die demografischen Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt liefern. Denn Zeitarbeit wird in den Kundenunternehmen zunehmend strategisch eingesetzt. Neben klassischen Hilfstätigkeiten werden immer häufiger gut ausgebildete und erfahrene Fachkräfte nachgefragt.

Das erfordert bei vielen klassischen Zeitarbeitsvermittlern nicht nur ein Umdenken, sondern auch eine organisatorische Neuaufstellung. Die Personalvermittlung ist dabei nur noch eines von mehreren Kompetenzfeldern. Weitere sind Qualifizierung und Weiterbildung, Projektarbeit oder die Unterstützung bei Outsourcing-Prozessen der Kundenunternehmen.

Weiterbildung als Zukunftschance

Neben dem erfolgreichen Recruiting kommt es auch darauf an, die Mitarbeiter möglichst stark zu binden und sich als attraktiver Arbeitgeber zu positionieren. Gerade die Qualifizierung und berufliche Weiterbildung stellt hierfür einen in mehrfacher Hinsicht sinnvollen Weg dar. Zum einen kann damit die Mitarbeiterbindung gestärkt werden und zum anderen kann das Zeitarbeitsunternehmen so mehr Kundenanforderungen erfüllen und sich als starker Partner im Bereich HR profilieren.

Ein Beispiel dafür sind etwa Initiativen von Zeitarbeitsfirmen, Flüchtlinge mit Arbeitserlaubnis durch Deutsch- und Integrationskurse fit für den Arbeitsmarkt zu machen. Diese Bemühungen zeigen durchaus Erfolg, denn mittlerweile hat einer von vier Zeitarbeitnehmern ausländische Wurzeln, bei der Vergleichsgruppe aller Arbeitnehmer ist es nur einer von zehn.

Vom Vermittler zum Berater

Zeitarbeitsunternehmen müssen sich noch stärker als bisher in die Kundenperspektive versetzen, um sich als Lösungsanbieter zu präsentieren. Auch zusätzlichen Organisationsaufwand werden sie künftig auf sich nehmen müssen, wenn beispielsweise eine Vollzeit-Vakanz nicht in der geforderten Zeitspanne mit einem geeigneten Kandidaten besetzt werden kann.

Dann gilt es, kreative Lösungen zu entwickeln, die das Problem des Kunden lösen – beispielsweise durch den Einsatz von mehreren Teilzeitkräften. Das geht einher mit einem höheren Koordinierungsaufwand und einer engeren Abstimmung mit Kunden und Mitarbeitern. Gleichzeitig sorgt es im Erfolgsfall jedoch für eine engere Kundenbindung und damit für einen geringeren Wettbewerbsdruck.

Flexibilität als Alleinstellungsmerkmal

Aus diesem Grund wird es in Zeiten von stärkerem Wettbewerb für Personaldienstleister zunehmend wichtiger, ihre Nische zu finden und optimal auszufüllen. Erfolgreich werden dabei die Unternehmen sein, die schneller als andere auf veränderte Kundenwünsche reagieren können und passgenaue Leistungen anbieten.

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Christian Praetorius war nach seiner Ausbildung zum Controller (IHK) lange Jahre im Controlling verschiedener Unternehmen tätig. Studium an der SRH Hochschule für Wirtschaft und Logistik und seit 2012 als freiberuflicher Autor, unter anderem zu HR- und BWL-Themen.

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