Active Sourcing

Das bringt Active Sourcing!

Mehr Kandidaten durch aktive Bewerberansprache

Active Sourcing ist wohl der wichtigste Recruiting Trend der jüngsten Zeit. Die Ansprache von Kandidaten meist per Telefon (Direktansprache) wurde noch vor einigen Jahren hauptsächlich im Executive Recruiting von Headhuntern genutzt, doch inzwischen ist das Thema in Form des Active Sourcings in Online-Netzwerken wie XING, LinkedIn etc.,  auch in den meisten Personalabteilungen angekommen (52 % lt. ICR Recruiting Trends 2017) . Und das zu Recht, denn Active Sourcing bietet gerade für die Akquise von berufserfahrenen Fachkräften große Chancen.

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Wo sind die Zeiten hin …

Die Arbeitslosenquote ist auf einen 25 Jahres-Tiefstand angekommen, immer mehr Unternehmen leiden unter einem zunehmenden Arbeitskräftemangel. Vorbei sind die Zeiten, in denen Personaler aus einem riesigen Fundus von Bewerbern wählen konnten. Deutschland wandelt sich von einem Arbeitgeber- zu einem Bewerbermarkt und Personaler müssen daher neue Wege gehen, um potenziell passende Mitarbeiter zu erreichen, anzusprechen und für ihr Unternehmen zu gewinnen.

Dazu trägt auch bei, dass immer weniger Kandidaten selber aktiv nach Jobs suchen. Dennoch gibt es unter ihnen viele, die bei einem interessanten Angebot bereit wären, einen Jobwechsel zu erwägen. Daher lohnt es sich, nicht nur dann zu suchen, wenn eine Stelle zu besetzen ist, sondern kontinuierlich daran zu arbeiten, eine starke Arbeitgeber-Marke zu etablieren und auszubauen.

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Was ist Active Sourcing überhaupt?

Bei Active Sourcing handelt es sich um ein Personalbeschaffungskonzept, bei dem Personaler aktiv versuchen, über verschiedene Kanäle potenzielle Kandidaten zu finden, anzusprechen und zu überzeugen. Es geht zumeist um die zeitnahe Besetzung von offenen Stellen aber auch eine mittelfristige Ausprägung ist möglich, das sogenannte Talent Relationship Management (TRM),  mit dem  eine Beziehung zu den Kandidaten aufgebaut und gepflegt wird – um sie schon vor einer Anstellung möglichst eng an das Unternehmen zu binden und im Bedarfsfall direkt rekrutieren zu können.

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Active Sourcing in der Praxis

Auch wenn Active Sourcing zunehmend als Synonym für die Suche in Karrierenetzwerke wie XINGoder LinkedIn verstanden wird, ist eine Ansprache mitnichten auf den Online-Bereich beschränkt. Denn auch im persönlichen Kontakt, etwa auf Messen, kann ein erster Kontakt mit potenziellen Kandidaten hergestellt werden.

Es funktioniert also – für die älteren Leser wahrscheinlich nicht vollkommen unerwartet – auch offline, durch persönliche Gespräche, unterstützt durch eine wertschätzende Kommunikation und seit Langem bewährte Methoden der Beziehungspflege. Darunter fallen etwa auch Empfehlungen von eigenen Mitarbeitern, die in ihrem Freundes- und Bekanntenkreis Werbung für das Unternehmen machen.

Allerdings eröffnen sich für Personaler durch soziale und Karrierenetzwerke neue und besonders attraktive Sourcing-Optionen, denn schließlich lassen sich hier mit erheblich geringerem Aufwand viele potenziell geeignete Kandidaten identifizieren. So bietet das deutsche Karrierenetzwerk XING mit E-Recruiting 360° ein Tool, das Active Sourcing besonders einfach macht.

Auch die sozialen Medien werden zunehmend für die aktive Suche nach Kandidaten genutzt. Optimal geeignet ist dafür eine (gut gepflegte) Unternehmens-Fanpage, denn wer eine starke und treue Community aufbaut, hat damit bereits die ersten, wichtigen Voraussetzungen geschaffen, um spätere Vakanzen schneller streuen und besetzen zu können.

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Der schmale Grat zwischen Wham Bam und Spam

Allerdings liegt genau in den Chancen und Möglichkeiten, die das onlinebasierte Active Sourcing bietet, das größte Risiko. Wer als Personaler nur seine Suchparameter eingibt und dann eine Standardmail an alle ausgeworfenen Kandidaten sendet, hat das Prinzip zwar verinnerlicht, nicht aber verstanden.

Denn viele Kandidaten reagieren auf solche 08/15-Anschreiben bestenfalls genervt, eine positive Candidate Experience wird durch einen solchen Erstkontakt eher nicht begonnen. Die ist aber wichtig, denn Active Sourcing zielt ja gerade darauf ab, sich als Unternehmen möglichst positiv – und das vom ersten Kontakt an – zu präsentieren.

Daher ist es dort, wo die Suche so einfach wie nie ist, erfolgsentscheidend, sich aus der Masse abzuheben. Durch die gezielte Selektion von Kandidaten und eine persönliche Ansprache, die geeignet ist, den Kandidaten neugierig zu machen, statt ihn mit einem Copy-Paste-Anschreiben zu verprellen.

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Und was ist mit dem Thema Datenschutz?

Das Thema Datenschutz ist auch beim Active Sourcing zu beachten, denn es werden sensible personenbezogene Daten gesammelt und gespeichert. Daher ist es wichtig, vor einer Speicherung das schriftliche Einverständnis des Kandidaten einzuholen und ihn entsprechend den geltenden Gesetzen über Art und Umfang der gespeicherten Daten zu informieren. Nur mit einer Einwilligung dürfen die Daten auch über einen längeren Zeitraum gespeichert und intern verarbeitet werden, etwa in einem Talentpool.

Das Active Sourcing an sich, wird jedoch voraussichtlich auch nach der neuen EU-DSGVO ab Mai 2018 weiterhin möglich sein. Wenn ein potentieller Kandidat seine persönlichen Kontaktdaten im Netz veröffentlicht, z. B. auf Karrierenetzwerken wie XING oder LinkedIn, gibt er damit indirekt seine Einwilligung, dass man ihn kontaktiert.

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Eignet sich Active Sourcing eigentlich auch für Zeitarbeit?

Auch Zeitarbeitsunternehmen stehen in einem sich zunehmend verschärfenden Wettbewerb und müssen neue Wege beschreiten, um Personal zu akquirieren. Daher kann die Frage nicht lauten, ob, sondern wie sie Active Sourcing in ihr Recruiting integrieren und so Alleinstellungsmerkmale schaffen. Denn auch in diesem Bereich wandelt sich der Arbeitsmarkt und Personaldienstleister müssen diese Veränderung mit- oder untergehen.

Active Sourcing ist auch in der Zeitarbeit eine sinnvolle Ergänzung zur klassischen Stellenanzeige. Wichtig ist dafür das persönliche Engagement des Personalers. Daher wird es auch in den nächsten Jahren darauf ankommen, sich als Unternehmen bestmöglich zu präsentieren und gleichzeitig einen möglichst großen Pool von potenziellen Kandidaten aufzubauen, aus dem heraus Vakanzen besetzt werden können.

Fehler beim Active Sourcing

Der Recruiting-Spezialist Wolfgang Brickwedde vom Institute for Competitive Recruiting (ICR) empfiehlt allen, die Active Sourcing in Zukunft betreiben wollen, folgende Fehler zu vermeiden:

  • Active Sourcer werden nicht gut genug ausgebildet .  (Learning by doing ist nicht das Mittel zur besten Produktivität)

  • Active Sourcer werden nicht mit den notwendigen professionellen Tools ausgestattet.  (Mit einem neuen Premium-Account in XING kann man z. B.  nur 5 Mitglieder außerhalb seines              Netzwerkes in XING ansprechen – pro Monat!)

  • Die notwendige Kreativität der Active Sourcer wird nicht gefördert und mit der notwendigen Technik genutzt.

  • Die Grundmenge der potentiellen Kandidaten am Anfang der Suche wird nicht erhöht,  Schlüsselwörter aus Jobpostings bilden häufig noch die einzige Basis für eine Suche in XING und LinkedIn. Weitere erreichbare Communities (z. B. über Talentsuchmaschinen oder Google) mit  interessanten Mitgliederprofilen werden kaum genutzt.

  • Die Ansprache der Kandidaten wird nicht  hinreichend hinsichtlich der notwendigen Personalisierung optimiert. (Spamgefahr)

GermanPersonnel ist Experte für E-Recruiting. Wir bieten intelligente, datenbasierte Recruiting-Lösungen. Wenn Ihre Stellenanzeigen nicht den gewünschten Bewerberrücklauf haben, nehmen Sie mit uns Kontakt auf. Wir beraten Sie gerne, auch wenn Sie sich für unsere E-Recruiting-Software persy oder die Dienstleistungen unserer Recruiting-Agentur pergenta interessieren!

Christian Praetorius
Christian Praetorius war nach seiner Ausbildung zum Controller (IHK) lange Jahre im Controlling verschiedener Unternehmen tätig. Studium an der SRH Hochschule für Wirtschaft und Logistik und seit 2012 als freiberuflicher Autor, unter anderem zu HR- und BWL-Themen.

2 Kommentare

  1. Martin

    Hallo,
    ich habe mal eine Frage zum ActiveSourcing auf Facebook. Ich habe irgendwo/irgendwie und irgendwann folgende These gehört: „Wenn wir Stellenanzeigen veröffentlichen, und jemand diese mit „Gefällt mir“ markiert, dürfen wie diese Person direkt ansprechen.“ Wissen Sie da mehr drüber?

    Beste Grüße,
    MM

    Antworten
    1. Hallo! Ein Like berechtigt datenschutzrechtlich nicht die Ansprache, aber wenn jemand immer wieder positiv mit den eigenen posts interagiert, dann kann man diesen durchaus mal freundlich ansprechen. Es gibt keine Regelung dafür, wann man jemanden ansprechen kann. Man muss ein Gefühl dafür entwickeln und erstmal eine Beziehung zu der Person aufbauen bevor man mit der Tür ins Haus fällt. Es gibt keinen offiziellen Verhaltensguide. Sorry, wenn wir hier nicht konkret weiterhelfen können. Mit besten Grüßen, Friederike

      Antworten

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