Arbeiten im Homeoffice

Arbeiten im Homeoffice

Überflüssig oder notwendig? Was spricht dafür, was dagegen?

Für die einen ist es ein Zeichen von modernem Lifestyle, Flexibilität und Freiheit, andere könnten ihren Job organisatorisch schlichtweg gar nicht anders ausüben. Homeoffice ermöglicht es ihnen gerade bei weiten Arbeitswegen ihre Zeit optimal zu nutzen. Das Ende des Homeoffice wäre für sie ein Drama. Auf den ersten Blick wirkt das Arbeitsmodell sehr attraktiv. Kritiker kennen jedoch die Schattenseiten und führen ebenfalls wichtige Argumente ins Feld. Wo liegt die Wahrheit? Machen strikte Verbote oder die absolute Freiheit Sinn?

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Pro Homeoffice

1 Vereinbarkeit von Arbeit und Familie

In vielen Familien ist das Homeoffice die beste Möglichkeit für Frauen (und manchmal auch für Männer) nach der Elternzeit wieder in den Job einzusteigen. Die Präsenz zu Hause, vor allem wenn die Kinder noch klein sind und die leichtere Vereinbarkeit mit Kinderbetreuungszeiten sind eindeutige Vorteile.

Einschränkend soll jedoch hinzugefügt werden, dass damit nicht das Arbeiten mit anwesenden, wachen Kindern gemeint ist. Mag der ein oder andere auch das meistern – Hut ab – die Erfahrungen einer Kollegin damit sind im Artikel „Homeoffice mit 2 anwesenden Kindern“ nachzulesen. Viele Mütter schaffen es jedoch während der anfangs noch sehr langen Schlafenszeiten zu arbeiten. Hier ist man im Homeoffice einfach wesentlich flexibler und kann aus der Situation heraus agieren.

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2 Kein Arbeitsweg

Wenn du deine tägliche Zeit addierst, die du für Wege zur Arbeit und wieder nach Hause brauchst, dann ist das Arbeiten von zu Hause in vielen Fällen attraktiv. Doch nicht nur die reine Fahrzeit ist ein Faktor: Ob mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder dem eigenen Auto, der Weg an sich stresst oft bereits. Grund dafür sind die vielen negativen Begleitumstände. Dazu gehören v. a. die Unwägbarkeiten wie Staus oder Verspätungen der öffentlichen Verkehrsmittel.

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3 Endlich in Ruhe arbeiten

Ein Büroarbeitsplatz bietet neben Annehmlichkeiten oft auch Störfaktoren. Viele Beschäftigte beklagen sich über zu kleine, stickige Büros, Lärmbelästigung durch Telefonate von Kollegen und Teammeetings zu meist ungünstigen Zeitpunkten.

Im Homeoffice kann man viele dieser Faktoren verhindern. Für manche Menschen ist die Atmosphäre der eigenen vier Wände ein Kreativbrunnen. Schlichte, billige Büros mit wenig Möglichkeiten der individuellen Gestaltung erschweren kreatives Arbeiten.

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Contra Homeoffice

1 Unklare Zeitstruktur

Wenn du zu Hause arbeitest, läufst du Gefahr, dass sich Arbeit und Freizeit real und emotional mischen. Wenn du nicht gut für dich sorgen kannst, durch klare Struktur und Selbstdisziplin, dann gehen genannte Vorteile wieder verloren. Ungewollte Überstunden und Stress stellen sich ein. Untersuchungen zeigen, dass Heimarbeiter durchschnittlich pro Woche sechs Stunden mehr arbeiten als vergleichbare Kollegen in Büros. Werden diese Mehrstunden vergütet?

2 Fehlende Anerkennung bei fehlender Präsenz

Deine Arbeitsleistung wird im Homeoffice einzig dadurch definiert, was du konkret ablieferst. Oft wird dagegen schon die reine Anwesenheit und mögliche Ansprechbarkeit intern bereits als Arbeitsleistung anerkannt. Da du ja ganz offensichtlich weniger oder gar nicht präsent bist, bleiben dir diese Pluspunkte verwehrt.

3 Rund um die Uhr erreichbar

Der Trend nimmt zu, dass Vorgesetzte Ihre Mitarbeiter auch noch zu Hause anfragen. Diese problematische Entwicklung kann für dich im Homeoffice viel schneller zu einem Problem werden. Wer sowieso zu Hause arbeitet, den kontaktiert man viel schneller – auch mal außerhalb seiner sonstigen Arbeitszeiten. Das Thema ist hier: Grenzen setzen.

4 Fehlender sozial-kollegialer Kitt

In einem Heimbüro bist du „raus“. Die Identifikation mit einem Arbeitgeber läuft stark über Kontakt zu Kollegen und Vorgesetzten und dem ArbeitsPLATZ. Du könntest von wichtigem und auch informellem Wissen ausgeschlossen bleiben. Selbst eine Beförderung geht dann möglicherweise an dir vorbei. Viele im Homeoffice Arbeitende klagen über eine Form der sozialen Unterversorgung, weshalb wenige ausschließlich von zu Hause arbeiten.

5 Aus den Augen, aus dem Sinn

Eine Gefahr besteht auch darin, dass man dich im Homeoffice schlichtweg vergisst und übergeht. Das können ganz harmlose Dinge sein, wie Abstimmungen für den nächsten Betriebsausflug, die auch ohne böse Absicht erfolgen. Es kann aber auch Messebesuche, Fortbildungen oder eine Teilnahme an anderen Veranstaltungen betreffen. Hier gilt es sich selber wieder aktiv ins Bewusstsein der Kollegen und Vorgesetzten zu bringen.

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Recht, Gesundheit und andere Nebenwirkungen

Genannte Argumente variieren je nach Homeoffice-Modell. Wenn du als Heimarbeiter die Hälfte der Zeit auch beim Arbeitgeber präsent bist, dann relativieren sich einige der genannten Contra-Argumente. Entscheidend sind dann die Motive für das Homeoffice. Ist es der Arbeitsweg, die Betreuungszeiten der Kinder, oder die ruhige Atmosphäre zu Hause? Hier muss individuell abgewogen werden.

Ein Recht auf Homeoffice gibt es bei uns in Deutschland im Vergleich zu anderen Ländern, etwa den Niederlanden, nicht. Anders ist es, wenn du schon einige Jahre zu Hause für ein Unternehmen arbeitest. Hier wird ein Arbeitgeber einigen Aufwand betreiben und mit einer veränderten betrieblichen Situation argumentieren müssen, um dir diese Möglichkeit wieder zu nehmen.

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Fazit

Welche Argumente für dich überwiegen, hängt von deiner Ausgangslage und deinem Umgang mit dem jeweiligen Stresspotential ab. Das letztere entscheidet, ob sich das Homeoffice auf dich (u. a. gesundheitlich) positiv oder negativ auswirkt. Wichtig ist, dass du auch beim Arbeiten zu Hause arbeitsmedizinische Richtlinien beachtest und dir einen entsprechend ausgestatteten Arbeitsplatz einrichtest.

Darüber hinaus steht und fällt erfolgreiches Arbeiten im Homeoffice auch mit einer guten, offenen Kommunikation, nicht zuletzt für ein gutes Betriebsklima, um Neid und Gerüchte zu vermeiden. Es empfiehlt sich klare Arbeitszeiten festzulegen und mit Vorgesetzten und Kollegen abzusprechen. Im übrigen gilt wie immer: Es gibt nicht nur schwarz-weiß. Man kann durchaus auch nur an einzelnen Tagen im Homeoffice arbeiten und an anderen Tagen ins Büro kommen.

Bei GermanPersonnel haben wir extrem flexible Arbeitszeitmodelle. Hier gibt es quasi nichts, was es nicht gibt, von Teilzeit bis Homeoffice. Um mit Kindern ein Wechselmodell pflegen zu können, ist sogar die Variante „eine Woche Vollzeit, eine Woche Teilzeit“ vertreten. Immer im Wechsel. Falls du in einem erfolgreichen Software-Unternehmen mit Startup-Mentalität arbeiten möchtest, besuch unsere Karriereseite.

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