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Wie funktioniert Zeitarbeit?
 

Wie funktioniert Zeitarbeit?

Die Beschäftigung von Zeitarbeitern ist in vielen Unternehmen eine feste Größe. Für die Unternehmen ist Zeitarbeit eine Möglichkeit, flexibel auf Auftragsspitzen, Krankheitswellen und andere wirtschaftliche Herausforderungen zu reagieren. Auch für die Optimierung des Aufwands für die Personalverwaltung sowie ein effizientes Recruiting spielt die Arbeitnehmerüberlassung eine Rolle. Den Zeitarbeitern ermöglicht diese Beschäftigungsform oft den Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt – etwa 65 Prozent von ihnen waren vorher arbeitslos.
 

Das Prozedere für Zeitarbeit in Deutschland

Zeitarbeit ist ein reguläres Beschäftigungsverhältnis, bei dem der Zeitarbeiter seinen Arbeitsvertrag mit dem Personalvermittler – also dem Zeitarbeitsunternehmen – abschließt. Zeitarbeitnehmer haben in Deutschland die gleichen Rechte und Pflichten wie alle anderen Arbeitnehmer auch. Das Zeitarbeitsunternehmen führt die Beiträge zur Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung an die Sozialversicherungsträger ab, auch eine Unfallversicherung für alle arbeitsbezogenen Ereignisse ist Bestandteil der Verträge. Das Zeitarbeitsunternehmen benötigt eine Erlaubnis zur Arbeitnehmerüberlassung von der Bundesagentur für Arbeit. Seine Mitarbeiter setzt der Personalvermittler flexibel bei seinen Kundenunternehmen ein, wenn diese zusätzliche Arbeitskräfte brauchen – die Vermittlung kann auch sehr kurzfristig erfolgen. Die Arbeitnehmerüberlassung entbindet das Zeitarbeitsunternehmen jedoch nicht von seinen Verpflichtungen als Arbeitgeber. Auch die Entgeltzahlung an die Mitarbeiter erfolgt ausschließlich über das Zeitarbeitsunternehmen als direktem Arbeitgeber. Das Kundenunternehmen setzt Zeitarbeiter in Bereichen ein, in denen externe Unterstützung nötig ist und vergütet dem Zeitarbeitsunternehmen deren Einsatz. In allen betriebsinternen Belangen besitzt es die Weisungsbefugnis gegenüber dem Zeitarbeitnehmer.
 

Zeitarbeit – Beschäftigungsverhältnis zweiter Klasse?

In der öffentlichen Meinung wird Zeitarbeit oft als ein „Beschäftigungsverhältnis zweiter Klasse“ angesehen. Gängige Vorurteile beziehen sich auf die Lohndifferenz zur Stammbelegschaft, Befürchtungen, dass Zeitarbeit zum Ersatz für feste Arbeitsplätze wird oder die Annahme, dass Zeitarbeitsverhältnisse jederzeit und sehr kurzfristig gekündigt werden können. In der Vergangenheit haben „schwarze Schafe“ in der Branche zu dieser Wahrnehmung immer wieder beigetragen. Fakt ist jedoch, dass die geltenden Regelungen des Arbeitnehmerüberlassungsgesetzes (AÜG) sowie die Tarifvereinbarungen der Branche die arbeitsrechtliche Position der Zeitarbeiter stärken. Beispielsweise werden heute nahezu 100 Prozent der Zeitarbeitnehmer nach Tarif bezahlt – auf dem Gesamtarbeitsmarkt traf dies im Jahr 2011 nur auf 63 Prozent der Arbeitnehmer in den alten und 49 Prozent in den neuen Bundesländern zu. Rund 80 Prozent aller neu abgeschlossenen Zeitarbeitsverträge sind unbefristet – gegenüber nur 55 Prozent in der gesamten Arbeitnehmerschaft. Im gleichen Jahr sind die Branchentarifverträge um 4,1 Prozent gestiegen – in der Gesamtwirtschaft waren es nur 1,5 Prozent. Nach einer Überlassungsdauer von neun Monaten müssen die Löhne den Arbeitseinkommen der Stammbelegschaft angeglichen werden.
 

Zeitarbeit fördert das Schaffen neuer Arbeitsplätze in den Kundenunternehmen

Auch die Verdrängung regulärer Beschäftigungsverhältnisse durch Zeitarbeit gehört zu den „modernen Mythen“ – nur etwa zwei Prozent aller Erwerbstätigen in Deutschland sind als Zeitarbeiter tätig. Oft sichert der flexible Personaleinsatz durch Zeitarbeit auch die Arbeitsplätze der Stammbelegschaft. Eine schon etwas ältere Studie der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung hat im Jahr 2007 ermittelt, dass Unternehmen, die Zeitarbeit nutzen, oft auch intern neue Arbeitsplätze schaffen und weniger oft zu einem Stellenabbau gezwungen sind. Für die Unternehmen zahlt sich die durch Zeitarbeit gewonnene Flexibilität also offensichtlich aus. „Austauschbeziehungen“ gibt es vor allem zu anderen flexiblen Arbeitsformen – zu befristeten Beschäftigungsverhältnissen oder Minijobs.
 

Zeitarbeit als Rekrutierungs-Tool

Noch vor nicht allzu langer Zeit war Zeitarbeit eine Domäne der Industrie sowie des verarbeitenden Gewerbes, inzwischen ist der Bedarf an temporären Mitarbeitern in fast allen Branchen angestiegen. Auch der Fokus auf gering qualifizierte Arbeitnehmer in der Zeitarbeit löst sich allmählich auf. Für viele hochqualifizierte Arbeitskräfte ist Zeitarbeit heute ebenfalls ein Sprungbrett in attraktive Jobs. Die Unternehmen profitieren in diesem Segment der Zeitarbeit einerseits von dem damit verbundenen Zuwachs an externen Expertisen, andererseits verfügen sie damit über ein weiteres Rekrutierungstool für interne Arbeitsplätze.