Ständig krankgeschrieben?!

Ständig krankgeschrieben?!

Über das Recht zu schweigen

Es gibt viele Gründe, warum jemand bei der Arbeit fehlt. Die einen schaffen es, dass sämtliche Outdoor-Aktivitäten im Krankenhaus enden, die anderen stecken sich an jedem Infekt an, den ihre Kinder mit nach Hause schleppen. Während manche von allen ihren Wehwehchen berichten, hüllen sich andere in Schweigen. Mit dem Schweigen tun sich viele aber schwer. Es lässt Raum für Vermutungen und Unterstellungen. Warum sollte es trotzdem respektiert werden?

Suppe-heiß

Schutz der Privatsphäre

Der Grund einer Krankschreibung muss dem Arbeitgeber nicht mitgeteilt werden. Für diese Regelung können wir sehr dankbar sein. Jeder, der mal in die Situation kommt, an etwas zu erkranken oder eine Untersuchung oder Behandlung durchführen lassen zu müssen, das oder die man nicht jedem mitteilen möchte, wird froh sein, dass Persönliches auch persönlich bleiben kann. Dies betrifft Männer wie Frauen.

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Unzufriedenheit durch Mehrarbeit

Nicht überall bleibt die Arbeit jedoch einfach liegen, bis man wieder einsatzbereit ist. Oft müssen die Kollegen und Kolleginnen die Arbeit zusätzlich zu ihrer eigenen übernehmen. Wer auffallend häufig die Arbeit von einem krankgeschriebenen Kollegen oder einer krankgeschriebenen Kollegin übernehmen muss, der ist irgendwann von der zusätzlichen Arbeit genervt.

Hier gilt es jedoch zu unterscheiden: genervt von der zusätzlichen Arbeit – ja – genervt, dass der Kollege oder die Kollegin ständig fehlt – nein. Auch wenn kein Grund für das Fehlen genannt wird, sollte stets davon ausgegangen werden, dass der oder die Fehlende aufgrund einer medizinischen Notwendigkeit fehlt und eben nicht zum Spaß, schließlich kommt die Krankschreibung ja von einem Arzt.

Wer sich überlastet fühlt durch zusätzliche Mehrarbeit sollte seinen Vorgesetzten darüber informieren. Im Idealfall kann man die Arbeit anders verteilen. Die Stimmung im Kollegenkreis sollte darunter jedoch nicht leiden. Vor allem sollte auf Spekulationen und Beschuldigungen verzichtet werden, bzw. wenn andere damit beginnen, sollte man sich klar davon distanzieren. Das ist dem krankgeschriebenen Kollegen oder der krankgeschriebenen Kollegin unfair gegenüber.

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Schweigen ist Gold, oder doch nicht?

Wenn man wüsste, warum der krankgeschriebene Kollege oder die Kollegin fehlt, wäre vielleicht einiges einfacher. Das häufige Fehlen wäre möglicherweise nachvollziehbarer. Vielleicht würde man die zusätzlichen Aufgaben bereitwilliger übernehmen, hätte mehr Verständnis und würde teilnehmen an den Krankschreibungs-Umständen. Vielleicht, vielleicht aber auch nicht.

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Eine Krankschreibung nicht zu erläutern, kann z. B. auch folgende Gründe haben:

  • der Grund ist einem peinlich
  • man möchte nicht als schwach und labil gelten
  • man befürchtet, dass es einem übel genommen wird deshalb öfter, bzw. evtl. länger auszufallen
  • die Stimmung ist allgemein nicht so familiär und persönlich
  • man fühlt sich nicht gut aufgehoben und spürt keine wohlwollende Gesinnung von oben oder im Kollegenkreis
  • die klare Trennung zwischen Arbeits- und Privatleben

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Manche möchten keine Vermischung von Beruf und Privatleben. Sie sind wahrscheinlich auch insgesamt extrem zurückhaltend, was privates Plaudern bei der Arbeit betrifft. Auch dies ist zu respektieren. Schließlich wird man ja nicht eingestellt, damit die Stimmung im Team noch besser wird, sondern damit bestimmte Aufgaben erledigt werden.

Hinter vielen anderen Gründen stecken Ängste, wie z. B. abgeschrieben und nicht mehr ernst genommen zu werden oder keine interessanten, verantwortungsvollen Aufgaben mehr übertragen zu bekommen, weil man unkalkulierbar, als beschränkt einsatzfähig oder schnell überfordert gelten könnte. Aber auch einfach das Gefühl, so Persönliches den Kolleginnen und Kollegen, bzw. dem Chef oder der Chefin nicht erzählen zu wollen, kann ein Grund sein eine Krankschreibung nicht erläutern zu wollen.

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Fazit

Egal aus welchem Grund sich jemand dazu entschließt über die Gründe der Krankschreibung zu schweigen, man sollte das respektieren. Auch das Arbeitsrecht schützt hier die Persönlichkeit der Betroffenen. Ohne Grund wird man schließlich nicht krankgeschrieben.

Im Übrigen ist keinem mit einem anwesenden Kollegen oder Kollegin geholfen, dem oder der es nicht gut geht und deshalb die Arbeit nicht schafft. Lieber eine Auszeit nehmen, wenn es nötig ist und dann im Job wieder 100 Prozent einsatzbereit sein.

Bei Frauen haben Krankschreibungen manchmal auch mit speziellen Frauenthemen zu tun, die ebenfalls oft Anlass sind, eine Krankschreibung nicht zu kommentieren und zu erklären. Dazu habe ich einen gesonderten Artikel geschrieben, der hier jedoch so kontrovers diskutiert wurde, dass ich ihn mit diesem allgemeinen und auch für Männer gültigen Artikel quasi einleite. Neugierig auf eine geballte Ladung zum Thema „Krankschreibung wegen Frauenthemen„?

Dieser Arbeitslebenartikel ist Teil von „Marcos Recruiting Blog“. Marco Kainhuber ist einer der Geschäftsführer des Software-Unternehmens GermanPersonnel. Wir bieten intelligente, datenbasierte Recruiting-Lösungen. Nehmen Sie mit uns Kontakt auf, wenn Sie Fragen zu unserer E-Recruiting-Software persy, unseren p1-Onlineshop für Personalbeschaffung oder zu unserer Recruiting-Agentur pergenta haben.

Friederike von Hülsen betreut Marcos Recruiting Blog von GermanPersonnel und unterstützt als Community Managerin das Social Media Team. Neben dem Schreiben eigener und dem Redigieren fremder Texte plant die Geisteswissenschaftlerin auch die Blog-Themen und organisiert Beiträge von Gastautoren.

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Ein Kommentar

  1. Ida

    Mein Bruder war ebenfalls sehr unglücklich mit seinem Leben generell und hatte einige Wochen, ungefähr 16 Tage, eine Krankschreibung erhalten. Der Jugendarzt wusste mehr oder weniger, dass mein Bruder die Krankheit nicht bekämpfen konnte da er dauer gestresst war. Auf Arbeit waren die Arbeitgeber weniger Verständnisvoll und hatten ihn etwas bedrängt, die Gründe der Fehlzeit zu erläutern.

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