Herausforderungen berufstätiger Mütter im Job

Herausforderungen berufstätiger Mütter im Job

Es könnte alles viel einfacher sein

Viele Mütter wollen früher (6 Wochen nach der Geburt) oder später (z. B. wenn das jüngste Kind 18 ist) wieder arbeiten. Das stellt sie jedoch vor diverse Herausforderungen. Während die einen es mit großem Organisationsaufwand hinkriegen, haben andere ihre Prioritäten zugunsten der Familie verlagert und bleiben im Job fortan unter ihren fachlichen Möglichkeiten.

Anlässlich des Weltfrauentages habe ich mit Müttern darüber gesprochen, was für Bedingungen sie brauchen, um arbeiten zu können (must-haves) und was darüber hinaus ihr Arbeiten deutlich erleichtern würde (nice-to-have).

Natürlich spielt das Alter der Kinder dabei eine große Rolle und ob ein Partner sich im Alltag ebenfalls um die Kinder kümmert, oder nicht. Somit ist nicht jeder der folgenden Punkte für jede berufstätige Mutter zutreffend, aber jede wird sich hier sicherlich irgendwo wiederfinden.

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Herausforderungen am Arbeitsplatz

Alle befragten Mütter waren sich einig, dass es hierbei v. a. um das Thema Arbeitszeit und Arbeitsort geht. Gewünscht werden:

  1. Teilzeitmodelle – auch für verantwortungsvolle Tätigkeiten und in Führungspositionen
  2. Flexibilität – bei Arbeitsbeginn und Arbeitsende sowie Pausen
  3. Homeoffice – ich persönlich rate vom Homeoffice mit anwesenden Kindern ab
  4. Meetings zu teilzeitfreundlichen Zeiten

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Herausforderungen bei der Kinderorganisation

  1. Kinderbetreuung – Betreuungsmöglichkeiten am Vor- und evtl. Nachmittag finden
  2. Betreuung kranker Kinder – nicht alle haben Großeltern vor Ort, die hier spontan einspringen können. Gibt es einen Plan B?
  3. Ferienzeiten – nicht überall und für jedes Alter gibt es eine Ferienbetreuung in Krippen, Kindergärten und Schulen. Gibt es einen Plan B?
  4. Kinderbetreuung für Abendtermine oder Auswärtstermine mit Übernachtung – wer hier, z. B. als Alleinerziehende keinerlei Möglichkeiten für sich sieht, nimmt meist Abstand von Jobs, die das erfordern.

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Persönliche Herausforderungen

  1. Zeitstress – Betreuungszeiten der Kinder werden meist voll ausgeschöpft, d. h. immer extrem knappes Timing
  2. Passenden Job finden – der zeitlich zu stemmen ist (Kinderbetreuungszeiten) und mit praktikablem Arbeitsweg (1 h pro Weg, bedeutet, dass man alleine 2 h Kinderbetreuungszeiten einplanen muss, ohne arbeiten zu können)
  3. Konzentration auf die Arbeit – Familienthemen während der Arbeit ausschalten
  4. Gedanklich umswitchen – nach der Arbeit sofort auf Kinder umswitchen, bzw. morgens andersherum
  5. Zeit für sich finden – nach der Arbeit sind Familie und Haushalt dran, wo findet man Zeitfenster für ausgleichende Hobbies, Freundschaften, etc.?
  6. Umgang mit Druck – da die Gesamt(organisations)situation von Müttern i. d. R. komplizierter ist, sind z. B. Umsatzziele eine besondere Herausforderung
  7. Qualifizierter Job – in Teilzeit einen (hoch-)qualifizierten, der eigenen Ausbildung und Erfahrung entsprechenden Job machen zu dürfen ist leider noch nicht selbstverständlich

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Gesellschaftliche Herausforderungen

  1. Mehr Toleranz und Wertschätzung Müttern gegenüber

Das war ein großer Wunsch meiner Gesprächspartnerinnen. Hier geht es nicht um den Ausbau von Betreuungsmöglichkeiten (auch wichtig), sondern um die Anerkennung ihrer Leistung, wenn sie in die Arbeitswelt zurückkehren. 50% Arbeiten heißt bei Müttern nämlich nicht auch nur 50% Qualität. Mütter arbeiten extrem effektiv.

2. Kinderkriegen, das gesellschaftliche Tabu

Kinderkriegen sollte das Natürlichste der Welt sein. Stattdessen wird die Familienplanung. Oft ist sie sogar mit einem schlechten Gewissen dem Arbeitgeber oder den Kollegen gegenüber belastet. Warum nicht von Anfang an offen darüber reden und Lösungswege für Arbeitgeber und Arbeitnehmer finden?

3. Anspruch auf Freistellung wegen kranken Kindern

Jedes Elternteil kann 10 Fehltage im Jahr für das erste und nochmal 10 für das zweite kranke Kind unter 12 Jahren nehmen. Auch wenn Alleinerziehende einen höheren Anspruch haben, halten das viele für zu gering. Insbesondere wenn man Kleinkinder in Kindertagesstätten hat, weiß man, wie viele Infekte von dort nach Hause gebracht werden.

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Wir freuen uns über Ergänzungen dieser Liste und eine lebhafte Diskussion!

Dieser Arbeitslebenartikel ist Teil von „Marcos Recruiting Blog“. Marco Kainhuber ist einer der Geschäftsführer des Software-Unternehmens GermanPersonnel. Wir bieten intelligente, datenbasierte Recruiting-Lösungen, beschäftigen viele Mütter und noch mehr Teilzeitkräfte. 🙂 Nehmen Sie mit uns Kontakt auf, wenn Sie Fragen zu unserer E-Recruiting-Software persy, unseren p1-Onlineshop für Personalbeschaffung oder zu unserer Recruiting-Agentur pergenta haben.

 

Friederike von Hülsen

Friederike von Hülsen betreut Marcos Recruiting Blog von GermanPersonnel und unterstützt als Community Managerin das Social Media Team. Neben dem Schreiben eigener und dem Redigieren fremder Texte plant die Geisteswissenschaftlerin auch die Blog-Themen und organisiert Beiträge von Gastautoren.

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2 Kommentare

  1. Antonia

    Den Artikel finde ich einfach klasse. Als Mutter von drei Kindern kenne ich leider alle diese Probleme, die angesprochen werden und wünsche mir und allen anderen Müttern, dass die Arbeitsbedingungen sich für Frauen mit Kindern in Zukunft verbessern.

    Antworten

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