Computerspielsucht – irgendwann leidet auch der Job

Computerspielsucht – irgendwann leidet auch der Job

Wenn du spielsüchtig bist, verlierst du die Kontrolle über dein Leben

Computerspiele sind extrem beliebt und zwar in allen Altes- und Bevölkerungsschichten. Das Durchschnittsalter der Nutzer liegt in Deutschland mittlerweile bei über 36 Jahren. Die größte Gruppe bilden dabei die über 50-Jährigen. Aber was, wenn aus dem „ab-und-zu-Freizeitspaß“ eine echte Sucht wird? Eine Sucht hat Auswirkungen auf das gesamte Leben, d. h. auch auf den Job. Das Problem: Es ist ein schleichender Prozess und Betroffene sehen sich nicht als süchtig.

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Wenn es dich packt, ist alles andere egal

Es ist ein großer Unterschied, ob man ab und an, vielleicht auch mit Freunden, mal bis tief in die Nacht „zockt“ oder ob man ständig den Drang verspürt zum Joystick respektive zur Maus und Tastatur zu greifen und auch nicht mehr anders kann, als diesem Drang nachzugeben.

Wann aus dem Drang zu Zocken eine Sucht wird, ist nicht wirklich definierbar. Die Grenzen verschwimmen.

Erst wird nur gelegentlich gezockt, dann wird zunehmend mehr Freizeit vor der Konsole oder dem PC, Smartphone oder Tablet verbracht. Und irgendwann fällt es auch immer schwerer sich von seinem geliebten Spiel loszureißen.

Schließlich hältst du deinem virtuellen Helden auch in der Nacht die Treue. – Morgen um zehn Uhr ein wichtiges Meeting? Ja, krieg ich schon irgendwie hin. Nur noch das nächste Level schaffen, oder vielleicht krank melden? Dann könnte ich noch einen Hauptgegner bezwingen.

Betroffene merken nicht, dass die Spielaktivitäten bereits den größten Teil ihres Alltags einnehmen und die Computerspielsucht allgegenwärtig ist.

Die Familie, Freunde, Hobbies und zum Teil sogar die Körperpflege werden vernachlässigt.

Selbst der Arbeitsplatz und der eigene Karriereplan, der eigentlich ein Fixpunkt im Leben berufstätiger Erwachsener ist, verlieren zunehmend an Bedeutung.

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Realitätsverlust und Verlust jeglicher Selbstkontrolle droht

Das Verhalten eines Computerspielsüchtigen ist durchaus vergleichbar mit dem eines Drogensüchtigen, erläutern Suchtexperten. Drogen- wie Computerspielsüchtige erleiden einen steigenden Realitätsverlust, der dann zum Verlust jeglicher Selbstkontrolle führt.

In letzter Instanz ist der Computerspielsüchtige nicht mehr in der Lage einer Arbeit oder überhaupt einer Aufgabe konzentriert nachzugehen. Köper und Geist sind komplett ans Spielen gefesselt.

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Mit dem Kopf nicht bei der Arbeit

Abgesehen von den familiären und sozial-gesellschaftlichen Problemen hat die Computerspielsucht gerade auf das Berufsleben verheerende Auswirkungen.

Der Süchtige ist im Job unkonzentriert, unmotiviert, oft übermüdet aufgrund nächtlichen Spielens und seine Gedanken kreisen um den nächsten Zock.

Strategien werden ausgetüftelt und in Foren nach Tipps und Tricks für eine schwierige Spielsituation gegoogelt. Kurzum: Ein Spielsüchtiger erfüllt die Vorgaben seiner Vorgesetzten nicht mehr und liefert schlechte Arbeit ab.

Eventuell beschweren sich auch Kollegen über ihn. Das alles kann dramatisch enden: Abmahnungen folgen und im schlimmsten Fall verliert ein Betroffener seinen Arbeitsplatz.

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Du bist betroffen? – Kämpfe gegen die Spielsucht an!

Je nach Schwere deiner Computerspielsucht können individuelle Einzelmaßnahmen oder etwa eine ambulante, wenn nicht sogar stationäre Therapie weiterhelfen. Auf jeden Fall solltest du dich einer Person anvertrauen. Das muss nicht gleich ein Psychiater sein, auch Freunde oder der Partner können diese Vertrauensperson sein.

Mögliche Maßnahmen, wenn du das Spielen in den Griff kriegen willst:

  • Dokumentiere deine Computernutzung und dein Spielverhalten.
  • Setze dir gezielt Limits.
  • Baue Kontrollmechanismen ein. Das kann dein Partner oder eine andere Person deines Vertrauens sein.
  • Entwickle Aktivitäten ohne Computerbezug.

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Du kennst Betroffene? – Sensibilität ist gefragt

Mit den zuvor genannten Tipps schaffst du es vielleicht aus einem unkontrolliertes Suchtverhalten ein kontrolliertes Suchtverhalten zu machen. Oft führt jedoch kein Weg an einer Therapie vorbei.

Wichtig ist, dass alle Beteiligten sehr sensibel an die Sache herangehen. Das gilt für jeden, der bei anderen, egal ob Kollegen, Vorgesetzten, Partner oder Freund, Anzeichen für Computerspielsucht entdeckt.

Es hilft nicht Computersüchtigen die Hölle heiß zu machen und unter Druck zu setzen!

Sprich das Thema offen an, aber unter vier Augen. Je nachdem in welchem Verhältnis du zur betroffenen Person stehst, kannst du:

  • ihm deine Hilfe anbieten – Vielleicht tut bereits deine Anteilnahme gut!
  • mit ihm seine beruflichen Stressquellen analysieren – Kann hier etwas verändert werden?
  • Problemlösungen erarbeiten oder
  • ihn bei der Therapiesuche unterstützen

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Den Ursachen auf den Grund zu gehen erfordert Mut

Wichtig ist auch immer, die Ursachen für die Sucht herauszufinden. Vor was flieht ein Computerspielsüchtiger in die virtuelle Welt? Was gibt sie ihm, was ihm in seiner Realität fehlt?

Die jeweiligen Ursachen sind sehr persönlich und wahrscheinlich wunde Punkte des Betroffenen, an denen er sehr verletzlich ist. Im beruflichen Kontext bietet es sich deshalb an, auf externe Hilfe zurückzugreifen.

Wer möchte schon mit seinem Chef oder andersrum, welcher Chef möchte schon mit seinem Mitarbeiter über das eigene Selbstbewusstsein, Selbstliebe, Anerkennung und das eigene soziale Umfeld sprechen?

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Wie ein Drogenrausch – aber die Droge ist das Spiel

Die Ursachen für die Computersucht sind vielfältig. Aus psychologischer Perspektive ist das Suchtverhalten in der Regel aber auf drei Faktoren zurückzuführen:

  • private und/oder berufliche Probleme
  • fehlende, bzw. vernachlässigte Hobbys
  • Minderwertigkeitsgefühle

Computerspiele sind für Betroffene oft ein Ventil, um dem realen Leben bzw. dem alltäglichen Druck standhalten zu können. In der virtuellen Welt ist ein Gamer omnipotent. Er besteht Abenteuer, er besiegt Gegner, er vernichtet Feinde – sein Selbstwertgefühl schlägt Purzelbäume. Das kann das reale Leben in der Form nicht bieten.

Die Erfolgserlebnisse setzen Endorphine frei. Das ist quasi wie ein LSD- oder Kokain-Trip. Nur, dass die Droge hier das Spiel ist. Computerspielsucht solltest du daher niemals auf die leichte Schulter nehmen.

Lass nicht zu, dass irgendwann der virtuelle Held wichtiger als dein Leben wird, denn nach und nach geht sonst alles den Bach runter: soziale Kontakte, deine Gesundheit und eben auch dein Job.

Dieser Arbeitslebenartikel ist Teil von „Marcos Recruiting Blog“. Marco Kainhuber ist einer der Geschäftsführer des Software-Unternehmens GermanPersonnel. Wir bieten intelligente, datenbasierte Recruiting-Lösungen. Nehmen Sie mit uns Kontakt auf, wenn Sie Fragen zu unserer E-Recruiting-Software PERSY, unseren POSTER-Shop für Personalbeschaffung oder zu unserer Recruiting-Agentur PERGENTA haben.

 

GermanPersonnel-Team

Die GermanPersonnel-Team-Beiträge sind immer das Werk mehrerer Autoren. Es handelt sich entweder um extern in Auftrag gegebene Texte, die intern angepasst, bzw. umgeschrieben wurden oder um Texte von einer/einem oder mehreren Kolleginnen/Kollegen, die ebenfalls von Friederike aus dem Content Marketing überarbeitet wurden.

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