Markenbotschafter in der Zeitarbeit

Markenbotschafter in der Zeitarbeit

Wie USG people auf seine Mitarbeiter als Influencer setzt

Influencer kennt man v. a. aus der Produktwelt. Wenn es um Personalmarketing geht, ist das Produkt, das beworben wird, der Arbeitgeber. Wie kann man das rüberbringen? Dass der Arbeitgeber davon profitiert ist klar, aber was hat der Mitarbeiter davon? Wir haben dazu Philipp Geyer, Personalleiter und kaufmännischer Geschäftsführer bei USG people Deutschland, einen unserer größten Kunden, befragt.Sprechblasen-Dialog

  1. Herr Geyer, Sie setzen bei Ihren Marken Unique, technicum und Secretary Plus nun auch auf Ihre Mitarbeiter als Markenbotschafter. Wie entstand die Idee?

Wir haben letztes Jahr beschlossen Facebook und den Auftritt in Social Media Kanälen zu verstärken. Unter dem Motto „USG goes Facebook“ haben wir jeden Mitarbeiter dabei begleitet online zu gehen – gleichzeitig bei unseren Marken Unique, technicum und Secretary Plus.

Nach einer Startphase von ca. einem halben Jahr mit Einrichtung der lokalen Seiten, Konfiguration des Business Managers, Schulungen, Drehbüchern, Tools für Postings, waren wir bereit für eine Facebook-Rekrutierungs-Kampagne. Dafür haben wir GermanPersonnel mit ins Boot geholt. Um Zeitarbeitnehmer zu rekrutieren haben wir potentielle Bewerber aus dem Helferbereich sowie technische und kaufmännische Angestellte über Facebook angesprochen.

Facebook vernetzt in erster Linie Menschen und Personen. Daher war es uns wichtig, dass sich jeder einzelne Mitarbeiter wirklich mit dem Unternehmen identifiziert und Botschafter des Unternehmens wird. Das heißt im Umkehrschluss, dass jeder interne Mitarbeiter auch selber mit eigenem Profil auf Facebook aktiv ist.

Ein weiterer Grund dafür war auch, dass man nur mit persönlichen Profilen, nicht als Unternehmensseite, Gruppen beitreten kann – und das wollten wir, um mit potentiellen Bewerbern in Kontakt zu kommen. Dazu kommt, dass sich Bewerber konkrete Ansprechpartner wünschen und nicht nur mit „anonymen“ Unternehmensseiten kommunizieren wollen.

Sprechblasen-Dialog

  1. Worum ging es Ihnen, als Sie die Facebook-Präsenz von Unique, technicum und Secretary plus sowie aller internen Mitarbeiter auf- und ausgebaut haben?

Wer als Influencer im Namen seines Unternehmens auf Facebook aktiv ist, identifiziert sich stärker damit. Warum? Wenn man täglich Beiträge des Arbeitgebers likt, teilt und selber postet, dann beschäftigt man sich viel mehr mit dem eigenen Unternehmen, als man es wahrscheinlich sonst tun würde. Dies stärkt die Bindung zum Arbeitgeber enorm.

Das ist der eine Aspekt und der zweite ist, dass eine Vertriebsorganisation, und als solche verstehe ich unser Zeitarbeitsunternehmen, heutzutage auch die sozialen Netzwerke bespielen MUSS. Facebook sehe ich hier als absolut notwendige Basis an. Selbst vor dem Hintergrund, dass man junge Menschen vielleicht nicht mehr so gut auf diesem Kanal erreicht.

Facebook ist optimal für ein Unternehmen, um erste Erfahrungen mit Social Media zu sammeln. Der Erfolg unserer Recruiting-Kampagnen hat gezeigt, dass wir unsere Bewerber dort tatsächlich sehr gut erreichen können. Von daher lohnt sich Facebook als Recruiting-Kanal für uns.

Sprechblasen-Dialog

  1. Zu Ihren Mitarbeitern gehören neben den internen Mitarbeitern auch die Zeitarbeitnehmer, die Sie vermitteln. Sehen Sie auch die Zeitarbeitskräfte als Influencer und setzen Sie auch auf sie?

Wir haben uns im Projekt auf unsere internen Mitarbeiter fokussiert, aber es färbt ab. Wir haben erfreulicherweise auch immer wieder Reaktionen von Zeitarbeitnehmern, die positiv auf unsere Facebook-Aktivitäten reagieren oder sogar ein Teil davon sind. Wenn Mitarbeiter dann ihrerseits unsere Beiträge kommentieren, liken, teilen oder sogar eigene erstellen, sind sie quasi ebenfalls Markenbotschafter.

Unsere Aktivitäten auf Facebook sind somit auch ein Beitrag die Zeitarbeit in ein besseres Licht zu rücken, nach dem Motto: tue Gutes und sprich darüber. Wenn Unique Zeitarbeitnehmern kostenlos Staplerscheine oder Firmenroller anbietet, dann posten wir dies eben auch und die Reaktionen drauf sprechen für sich und sind in den Kommentaren für jeden zu sehen. Nach Innen macht es stolz zu diesem Arbeitgeber zu gehören, nach außen ist es Werbung.

Sprechblasen-Dialog

  1. Wie haben Sie Ihre Mitarbeiter auf diese neue Aufgabe vorbereitet? Was haben Sie sich konkret von ihnen gewünscht und wie haben Ihre Mitarbeiter darauf reagiert?

Alle Mitarbeiter von all unseren Standorten haben Facebook-Schulungen bekommen. Niemand wurde somit unvorbereitet auf Facebook losgelassen. Im Gegenzug wurde aber auch erwartet, dass jeder Mitarbeiter sich ein Profil erstellt und sich damit aktiv am Austausch über sein Unternehmen auf Facebook beteiligt.

Wir haben Hintergrundbilder und Logos zur Verfügung gestellt, damit sich unsere Mitarbeiter auch auf ihren Profilen mit Arbeitgeberbezug präsentieren können. Ein Online-Tool für das Design von Posts und Bildern wurde programmiert. Niederlassungen organisieren Ihre Aktivitäten in einem Redaktionsplan. Wer neu auf Facebook gestartet ist, mit dem Ziel dort Mitarbeiter zu rekrutieren, für den macht es Sinn von Anfang an ein Firmen-Ich zu erstellen und unsere Bilder zu nutzen, aber niemand muss das.

Jeder ist für seinen Inhalt selbst verantwortlich, auch die Niederlassungen. Es wird weder zentral gesteuert noch zensiert. Selbstverständlich beobachten wir das Geschehen genau. Eingreifen mussten wir noch nicht. Nur so kann auf den einzelnen Niederlassungs-Seiten auch Leben entstehen. Wir setzen auf Eigenverantwortung und das bewährt sich. Natürlich ist der eine aktiver als der andere, aber das ist für uns auch ok. Im realen Leben ist auch nicht jeder gleich kommunikativ.

Es gab anfangs vereinzelt auch Mitarbeiter, die sich gegen Facebook gesträubt haben. Am Ende des Tages haben aber alle verstanden, dass Social Media zu diesem Jahrtausend gehört und wenn ich bisher noch nicht dabei war, dann wird das jetzt höchste Zeit. Unsere Führungsmannschaft ist zudem auch mit gutem Beispiel voran gegangen. Das wurde auch gefordert.

Sprechblasen-Dialog

  1. Ist die Idee aufgegangen, Mitarbeiter zu Influencern zu machen?

Unsere Erwartungen wurden übertroffen, v. a. hinsichtlich der stärkenden Innenwirkung und Identifizierung mit dem Unternehmen. Unsere Mitarbeiter haben Spaß an Facebook. Sie freuen sich über neue Follower und Likes. Ich bezweifle, dass ein Intranet diesen niederlassungsübergreifenden Austausch und dieses Zusammengehörigkeitsgefühl der Mitarbeiter bewirkt hätte. 80 bis 90% der Aktivitäten gehen mittlerweile von privaten Accounts oder den Standortseiten aus und nicht von der zentralen Firmenseite.

Der gesamte Traffic läuft somit nicht mehr auf eine Firmenseite. In Summe haben wir in Deutschland trotzdem nun viel mehr Aufmerksamkeit. Die lokalen Niederlassungs-Auftritte zeichnen sich durch den regionalen Bezug aus und sind wertvoller als eine große Zahl an Followern auf der Hauptseite.

Auch zum Verbreiten unserer Stellenanzeigen haben sich unsere Bemühungen auf Facebook als erfolgreich erwiesen. Jobinteressenten schätzen den schnellen Austausch auf Facebook, der nahezu in Echtzeit erfolgt.

Sprechblasen-Dialog

  1. Was halten Sie von einem offiziellen und evtl. auch auf einer Software basierenden Mitarbeiterempfehlungsprogramm?

Ich denke die Voraussetzung für ein funktionierendes Mitarbeiterempfehlungsprogramm ist die Identifikation der Mitarbeiter mit ihrem Unternehmen. Wer gibt sein privates Netzwerk sonst schon her und empfiehlt seinen Arbeitgeber? Die eigene Reputation hängt ja quasi an einer Empfehlung. Deshalb ist eine technologische Lösung nice-to-have, aber nicht entscheidend. Wir haben mit unseren Facebook-Aktivitäten erstmal die Grundlage geschaffen. Wie es weitergeht wird sich zeigen.

Herr Geyer, vielen Dank, dass Sie sich die Zeit genommen haben diese Fragen zum Thema „Mitarbeiter als Markenbotschafter“ zu beantworten. Wir wünschen Ihnen weiterhin viel Erfolg für Ihr Employer Branding!

GermanPersonnel ist Experte für E-Recruiting. Wir bieten intelligente, datenbasierte Recruiting-Lösungen. Wenn Ihre Stellenanzeigen nicht den gewünschten Bewerberrücklauf haben, nehmen Sie mit uns Kontakt auf. Wir beraten Sie gerne, auch zum Thema Social Recruiting und wenn Sie sich für unsere E-Recruiting-Software PERSY oder die Dienstleistungen unserer Recruiting-Agentur PERGENTA interessieren! Ganz neu in unserem Portfolio ist PARTS für eine programmatische, zielgruppenspezifische und kostenoptimierte Ausspielung von Stellenanzeigen.

Friederike von Hülsen

Friederike von Hülsen betreut Marcos Recruiting Blog von GermanPersonnel und unterstützt als Community Manager das Social Media Team. Neben dem Schreiben eigener und dem Redigieren fremder Texte plant die Geisteswissenschaftlerin auch die Blog-Themen und organisiert Beiträge von Gastautoren.

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