Bildungsurlaub – deine Chance zur Fortbildung

Bildungsurlaub – deine Chance zur Fortbildung

Was ist wo erlaubt und warum überhaupt?

Ob IT-Kurs, Rhetorikseminar oder Sprachreise – freie Tage zur Fortbildung stellen in den meisten Bundesländern kein Problem dar. Allerdings sind die verschiedenen Gesetze reichlich verwirrend. Fakt ist jedoch: Arbeitgeber dürfen einen Freistellungsantrag für den Bildungsurlaub in der Regel nicht verbieten.

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Hintergrund: Deutschland unterzeichnet 1974 ein Übereinkommen

Das Recht auf bezahlten Bildungsurlaub basiert auf dem Übereinkommen Nr. 140 der Internationalen Arbeitsorganisation (kurz: ILO). Im Rahmen dieses Übereinkommens hat sich Deutschland am 24. Juni 1974 zur Einführung eines bezahlten Bildungsurlaubs völkerrechtlich verpflichtet.

Die Berufsbildung, die gewerkschaftliche Bildung sowie die allgemeine und auch politische Bildung sollte dadurch gefördert respektive gewährleistet werden.

Für die Umsetzung des Abkommens sind die Bundesländer zuständig, weil sie die Kulturhoheit haben. So hat jedes Bundesland eigene Landesgesetze zum Thema Bildungsurlaub verabschiedet. Für Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes (Bund) sowie auch für Betriebsratsmitglieder gibt es diesbezüglich zudem gesonderte gesetzliche Regelungen.

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Die Umsetzung variiert je nach Bundesland

Bayern und Sachsen haben von Anfang an keinen bezahlten Bildungsurlaub gewährt, die anderen Bundesländer erlauben eine bezahlte Freistellung für Bildungsurlaub von fünf Arbeitstagen pro Jahr, das Saarland sogar 6. Fast überall hast du außerdem die Möglichkeit, alle zwei Jahre insgesamt zehn Tage bezahlten Bildungsurlaub direkt am Stück zu nehmen.

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Ein berufsnaher Bildungsurlaub ist gerne gesehen

Nutze deinen Bildungsurlaub, um dich in deinem aktuellen Beruf weiterzubilden. Du kannst den jeweiligen Schwerpunkt der gewählten Veranstaltung dabei selbst bestimmen. Du musst aber darauf achten, dass die von dir ausgewählten Bildungsangebote auch vom jeweiligen Bundesland anerkannt werden.

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Sprachreisen sind mit besonderen Auflagen versehen

Auch Sprachreisen sind erlaubt. Du musst in den meisten Bundesländern aber mindestens 30 Wochenstunden (jeweils 45 Minuten) absolvieren. Ansonsten haben die jeweiligen Bundesländer auch noch landestypische Vorschriften entworfen. In NRW wird etwa die Sprachreise nur dann anerkannt, wenn sich der Veranstaltungsort im Höchstfall 500 Kilometer von der eigenen Landesgrenze entfernt befindet.

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Halte die Fristen der Antragsstellung ein

Informiere deinen Arbeitgeber immer rechtzeitig über deine Pläne. In den meisten Bundesländern reicht es in der Regel, wenn du sechs Wochen vor Beginn deines geplanten Bildungsurlaubs den Freistellungsantrag einreichst. Dagegen musst du zum Beispiel im Saarland deinen Arbeitgeber bereits acht Wochen vor Seminarbeginn informieren.

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Übersicht: Auf diese Punkte solltest du achten

Suche nach Kurs- und Seminarangeboten

Achte bei der Auswahl der Kurse bzw. Seminare darauf, dass die jeweilige Weiterbildung auch tatsächlich vom jeweiligen Bundesland als Bildungsurlaub anerkannt ist. Oftmals lässt sich das allerdings nicht immer sofort erkennen. Im Zweifelsfall kannst du auch den jeweiligen Kursanbieter fragen.

Es ist schon vorgekommen, dass er die Anerkennung durch das Bundesland erst noch beantragen muss. Viele Bundesländer veröffentlichen entsprechende Listen mit anerkannten Seminaren. Mehr Infos zur Bildungsfreistellung und zu anerkannten Kursen gibt es auf der Website des Bundesarbeitskreises Arbeit und Leben.

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Auswahl des richtigen Bildungsangebotes

Wähle bevorzugt Kurse aus, die tatsächlichen Mehrwert für deinen aktuellen Job bringen. Dies wird das Verständnis deiner Kollegen und Vorgesetzten für deine geplante Abwesenheit erhöhen. Besonderes Engagement zeigst du, wenn du für einen Teil deines Bildungsurlaubs eigenen Erholungsurlaub einreichst. Im Saarland ist das sogar Pflicht.

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Beantragen deines Bildungsurlaubs

Freistellungsgesuche für deinen Bildungsurlaub musst du immer spätestens sechs Wochen (Ausnahme Saarland: acht Wochen) vorher beantragen. Ein entsprechendes Antragsformulargibt es in der Regel direkt beim Veranstalter. Wichtig: Dein Arbeitgeber darf dir die Freistellung für den Bildungsurlaub nicht verweigern. Nur wenn wichtige betriebliche Gründe vorliegen, kann er den Freistellungsantrag ablehnen.

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Finanzierung des Bildungsurlaubs

Im Regelfall erhältst Du zwar während deines Bildungsurlaubs weiterhin dein volles Gehalt, aber die Kursgebühren und Reisekosten musst du selber tragen. Hier hast du jedoch die Möglichkeit, staatliche Förderungen in Anspruch zu nehmen. So spendiert dir der Staat eine Prämie zur Finanzierung der Weiterbildung von bis zu 500 Euro. Interessant sind auch die regionalen Förderprogramme der Länder.

Unter bestimmten Voraussetzungen beteiligt sich zum Beispiel Nordrhein-Westfalen mit 50 Prozent an den anfallenden Kosten. Ähnliche Programme gibt es auch in Rheinland-Pfalz und Hessen. Einen Überblick über alle zur Verfügung stehenden Förderprogramme findest Du auf der Website www.foerderdatenbank.de.

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Absetzen der Kosten für deinen Bildungsurlaub

Du kannst von steuerlichen Vorteilen profitieren, wenn du in deiner Steuererklärung beruflich bedingte Bildungsurlaube abrechnest. Neben den Kursgebühren erkennt das Finanzamt auch Übernachtungs- und Fahrtkosten sowie Verpflegungspauschalen an.

Bildungsurlaub ist eine feine Sache, die man – wenn man nicht gerade in Sachsen oder in Bayern lebt – unbedingt nutzen sollte.

Dieser Arbeitslebenartikel ist Teil von „Marcos Recruiting Blog“. Marco Kainhuber ist einer der Geschäftsführer des Software-Unternehmens GermanPersonnel. Wir bieten intelligente, datenbasierte Recruiting-Lösungen. Nehmen Sie mit uns Kontakt auf, wenn Sie Fragen zu unserer E-Recruiting-Software PERSY, unseren POSTER-Shop für Personalbeschaffung oder zu unserer Recruiting-Agentur PERGENTA haben. Ganz neu in unserem Portfolio ist PARTS für eine programmatische, zielgruppenspezifische und kostenoptimierte Ausspielung von Stellenanzeigen.

 

GermanPersonnel-Team

Die GermanPersonnel-Team-Beiträge sind immer das Werk mehrerer Autoren. Es handelt sich entweder um extern in Auftrag gegebene Texte, die intern angepasst, bzw. umgeschrieben wurden oder um Texte von einer/einem oder mehreren Kolleginnen/Kollegen, die ebenfalls von Friederike aus dem Content Marketing überarbeitet wurden.

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