Diabetes – Auswirkungen auf den Job

Diabetes – Auswirkungen auf den Job

Tabuthema ohne Grund

Diabetes ist ziemlich verbreitet – sogar mit eigenem Weltdiabetestag. Aber wie offen kommunizieren Betroffene die eigene Krankheit eigentlich, z. B. gegenüber dem Chef oder den Kollegen? Hat die Krankheit Auswirkungen auf den Job und was hat es mit den zwei Diabetes-Typen überhaupt auf sich?

Wenn von Diabetes gesprochen wird, geht es in der Regel um den so genannten Typ 2, bei dem ein relativer Insulinmangel besteht. Die Krankheit tritt bei den meisten Menschen nach dem 40. Lebensjahr auf. Der Körper produziert zwar noch Insulin, allerdings ist die Ausschüttung aus der Bauchspeicheldrüse gestört oder die Zellen büßen ihre Empfindlichkeit für das wichtige Hormon ein.

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Wer ist von Diabetes betroffen?

Ursachen sind vor allem eine genetische Disposition, oftmals verbunden mit mangelnder körperlicher Bewegung und starkem Übergewicht sowie erhöhte Blutfettwerte und Bluthochdruck.

In Deutschland leiden aktuell rund sechs Millionen Menschen an Diabetes.

Der Anteil bei Männern liegt etwas höher als bei Frauen, da mehr Männer übergewichtig sind.

Rund zwei Millionen Betroffene wissen allerdings nichts von ihrer Krankheit.

Tritt Diabetes bei Kindern und Jugendlichen auf (rund 300.000 Fälle), handelt es sich meist um den Typ 1. Sie benötigen eine intensive, normalerweise lebenslange Therapie.

Fast die Hälfte der Typ-2-Erkrankungen kann ohne Medikamente behandelt werden, beispielsweise mit einer Ernährungsumstellung und Gewichtsabnahme. Knapp die andere Hälfte wird mit blutzuckersenkenden Tabletten behandelt. Der Rest benötigt eine Therapie mit Insulin, entweder kombiniert mit Tabletten, als Zweispritzen- oder als intensivierte Insulintherapie.

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Welche Auswirkungen hat Diabetes auf das Berufsleben?

Grundsätzlich können Diabetiker nahezu jeden Beruf ausüben, sofern es nicht zu schweren Begleit- oder Folgeerkrankungen kommt. Es gibt keine belastbaren Zahlen, etwa von den Berufsgenossenschaften, die eine höhere Zahl von Arbeitsunfällen belegen würden.

Pauschale Beurteilungen in Bezug auf die berufliche Eignung von Diabetikern sind nach heutigen Erkenntnissen nicht sinnvoll, da jeder Fall individuell nach Art der Therapie, der Anforderungen im Job sowie der persönlichen Fähigkeiten und Bewältigungsstrategien eines Erkrankten geprüft werden muss.

Ausnahmen stellen Berufe dar, bei denen es durch schwere Hypoglykämien zu Fremdgefährdungen kommen könnte, die ein inakzeptables Risiko darstellen, etwa als Pilot, Zugführer, Polizist mit Schusswaffengebrauch, etc.

Hier untersagt der Gesetzgeber die Berufsausübung oder schreibt eine individuelle Entscheidung durch einen Arbeitsmediziner vor. Zu beachten sind auch Vorschriften der Berufsgenossenschaften, Gesetze und Regelungen zur Arbeitssicherheit und Unfallverhütung oder Gefahrstoffverordnungen.

Auf die allermeisten Bürojobs hat eine Diabetes-Erkrankung keine rechtlichen Auswirkungen.

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Besteht eine Informationspflicht gegenüber dem Arbeitgeber?

In Bewerbungen für eine Bürotätigkeit muss eine Diabetes-Erkrankung nicht erwähnt werden. Gleiches gilt für Einstellungsgespräche. Hier sind Fragen zum Gesundheitszustand nur zulässig, wenn sie in einem unmittelbaren Zusammenhang mit dem Arbeitsverhältnis stehen.

Andererseits solltest du dir überlegen, ob es im Hinblick auf ein dauerhaft gutes Arbeitsverhältnis nicht sinnvoller ist, mit deiner Diabetes offen umzugehen. Dies gilt nicht nur gegenüber dem Arbeitgeber, sondern auch gegenüber den Kollegen. So werden Sie verstehen, wenn du regelmäßig ein „Feierabendbier“ zusammen ablehnst oder zu ungewöhnlichen Zeiten eine Zwischenmahlzeit einnehmen musst.

Wenn du selbstbewusst und offen mit deiner Erkrankung umgehst, findest du eher Akzeptanz, vermeidest unnötiges Mitleid oder eine übertriebene Rücksichtnahme – alles Faktoren, die nicht unbedingt zu einem guten Betriebsklima beitragen.

Wenn du nicht unter einer besonders schweren Diabetes leidest, bist du genauso leistungsfähig wie alle anderen. Außerdem gewährleistest du, dass bei einem wirklichen Notfall deine Kollegen die Situation richtig einschätzen und entsprechend handeln können. Weise sie zum Beispiel darauf hin, dass du immer eine Packung mit Traubenzucker im Schreibtisch liegen hast, so dass sie dir bei einer gelegentlichen Unterzuckerung damit helfen können.

Schwieriger ist die Lage, falls du auf Grund deiner Diabetes schwerbehindert bist oder wirst. Wenn du deine Aufgabe nicht mehr zufriedenstellen bewältigen kannst, musst du deinen Arbeitgeber informieren. Das gilt bereits bei einer Bewerbung. Du musst auch keine Angst haben, dass du sofort deinen Job verlierst. Meist findet sich eine innerbetriebliche Lösung, indem du in eine andere Abteilung versetzt und mit anderen Arbeiten betreut wirst. So bleibt dem Unternehmen auch dein Wissen und deine Erfahrung erhalten.

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Du hast vieles selbst in der Hand

Ein offener Umgang ist sicherlich der beste Weg, dass Diabetes in deinem beruflichen Umfeld nicht als Tabuthema aufgefasst wird. Dies gilt im Besonderen, wenn deine Erkrankung kein schwerer Fall ist. Falls dein Blutzucker medizinisch gut eingestellt ist und du durch eine Veränderung deiner Ernährung, durch mehr Bewegung und deine allgemeine Lebensführung selbst aktiv wirst, sollte dein Alltag nicht sehr gravierend beeinträchtigt werden. Von einer Schwerbehinderung kann dann keine Rede sein.

Übrigens gibt es seit 1991 an jedem 1. November den Weltdiabetestag, der ein offizieller Tag im Kalender der Vereinten Nationen ist. Er soll das Bewusstsein für die Krankheit und ihre Ursachen schärfen und der Information der Öffentlichkeit dienen. Du kannst deine Kollegen darauf hinweisen. Vielleicht ist der eine oder andere bereits selbst betroffen, ohne es zu wissen.

In unserer Arbeitslebenrubrik sind bisher zum Thema Krankheit folgende Artikel erschienen: Ständig krankgeschrieben, Krankschreibung wegen Frauenthemen, Krank arbeiten – oder doch lieber zu Hause auskurieren?

Dieser Arbeitslebenartikel ist Teil von „Marcos Recruiting Blog“. Marco Kainhuber Geschäftsführer des Software-Unternehmens GermanPersonnel. Wir bieten intelligente, datenbasierte Recruiting-Lösungen. Nehmen Sie mit uns Kontakt auf, wenn Sie Fragen zu unserer E-Recruiting-Software PERSY, unseren POSTER-Shop für Personalbeschaffung oder Interesse an der Erstellung von Recruiting-Kampagnen haben. Ganz neu in unserem Portfolio ist PARTS für eine programmatische, zielgruppenspezifische und kostenoptimierte Ausspielung von Stellenanzeigen.

GermanPersonnel-Team

Die GermanPersonnel-Team-Beiträge sind immer das Werk mehrerer Autoren. Es handelt sich entweder um extern in Auftrag gegebene Texte, die intern angepasst, bzw. umgeschrieben wurden oder um Texte von einer/einem oder mehreren Kolleginnen/Kollegen, die ebenfalls von Friederike aus dem Content Marketing überarbeitet wurden.

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