Männer brauchen Hierarchien

Männer brauchen Hierarchien

Frauen können auch ohne

In vielen Unternehmen stehen Veränderungen an. Das beruht nicht nur auf Digitalisierungseffekten, Standortwechseln oder zum Beispiel Expansionsstrategien. Vielmehr betrifft dies auch Führungskonzepte und Führungsstile. Gerade der kooperative Führungsstil, der mit der Auflösung von hierarchischen Strukturen einhergeht, hat es dabei sowohl männlichen als auch weiblichen Mitarbeitern angetan.

Symbol für Männer und Frauen

Ein kooperatives Miteinander als leistungsförderndes Allheilmittel im Job?

Ein kooperativer Führungsstil wirke leistungsfördernd, schafft Mitarbeiterzufriedenheit und sei lösungsorientierter, so der allgemeine Tenor. Aber ist der nicht-hierarchische Weg wirklich für alle Mitarbeiter oder auch für jedes Unternehmen der ideale Weg? Auf Einzelpersonen bezogen kommt dies sicherlich auf die jeweilige subjektive Betrachtung an.

Immer mehr Studien sehen bei dieser Fragestellung einen deutlichen Unterschied zwischen den Geschlechtern. Denn Männer und Frauen ticken nun einmal – zumindest in der Regel – auch im Job häufig gänzlich anders. Und das hat laut vieler Studien einen großen Einfluss auf das Verhalten am Arbeitsplatz gegenüber Kollegen und Vorgesetzten. Dabei wird klar:

Gerade für die Männer sind Hierarchien vielleicht doch gar nicht so schlecht. Frauen dagegen erscheinen im Umfeld eines kooperativen Führungsstils tatsächlich leistungsfähiger.

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Deutliche Unterschiede und Vorlieben bei der Kommunikation

Auf jeden Fall lässt sich dies aus den Ergebnissen und Erkenntnissen verschiedener Studien, Ausarbeitungen und Befragungen interpretieren. Demnach sind Frauen schon alleine aufgrund der Erziehung und der gesellschaftlichen Entwicklung quasi durch eine non-hierarchische Kommunikation geprägt und auch sozialisiert worden.

Frauen begegnen jedem Gesprächspartner erst einmal auf Augenhöhe, während bei Männern immer die Hierarchie eine übergeordnete Rolle spielt. Dadurch besitzt im Verständnis der Männer der jeweils Ranghöhere beispielsweise bei einem Gespräch dann auch den deutlich höheren Redeanteil.

Zudem ist es praktisch Usus, dass der Ranghöhere auch den Dialog bestimmt bzw. leitet. Unter diesen Gegebenheiten blüht ein männlicher Mitarbeiter dann sogar auf. Da nach seinem eigenen Verständnis die Redezeit gegenüber einem Vorgesetzten limitiert ist, wählt er klare Formulierungen und macht präzise Angaben zum jeweiligen Thema. Die hierarchische Bindung bringt hier also sogar echten Mehrwert für das gesamte Unternehmen.

Symbol für Männer und Frauen

Frauen führen auch im Job alle Gespräche gerne auf Augenhöhe

Eine der Kernkompetenzen von Frauen im Job ist demgegenüber das aktive Zuhören. Dabei fokussieren sie sich auf das Thema und reißen die Gesprächsführung dann aber auch gegenüber Vorgesetzten an sich, wenn es darum geht, eigene Ideen oder Entscheidungen zu einem bestimmten Thema zu kommunizieren. Dies gelingt gerade dann gut, wenn im Unternehmen ein kooperativer Führungsstil gepflegt wird.

Setzt ein Vorgesetzter aber auf starre Hierarchien, wird eine solche Verhaltensweise einer Mitarbeiterin regelrecht unterbunden. Und das hat Folgen: Unzufriedenheit und Motivationsprobleme machen sich breit. Der bloße Dienst nach Vorschrift gewinnt an Bedeutung. Denn die weiblichen Beschäftigten fühlen sich ihrer Stärken beraubt und verlagern ein Arbeitsgespräch dann häufig von der lösungsorientierten auf eine beziehungsorientierte Ebene.

Symbol für Männer und Frauen

Führungsstil: Norwegische Studie sieht deutliche Unterschiede zwischen Frauen und Männern

Eine repräsentative norwegische Studie hat sich jüngst genau mit dieser Thematik auseinandergesetzt. Sie basiert auf der Befragung und Beobachtung von rund 1.000 Frauen und 2.900 Männern in Bezug auf das Verhalten und die jeweilige Vorgehensweise im Job bzw. auf Gespräche mit ranghöheren Personen. Aus diesen Erkenntnissen lassen sich durchaus Rückschlüsse auf Charaktermerkmale und Vorlieben bezüglich des Führungsstils von Vorgesetzten ziehen.

Symbol für Männer und Frauen

Die Ergebnisse der Studie im Einzelnen:

  • Frauen im Job kommunizieren klarer, zeigen sich extrovertierter und ergreifen zudem eher die Initiative.
  • Frauen sind auch im Jobumfeld neugieriger und stoßen eher Innovationen an; sie sind in der Regel offener als Männer für neue Erfahrungen.
  • Frauen unterstützen und beziehen ihre Kolleginnen und Kollegen oder als Führungskraft die Mitarbeiter mehr ein und präsentieren sich sehr sozialverträglich.
  • Frauen setzen sich bewusst realistische Ziele im Job und kontrollieren bzw. hinterfragen die eigene Umsetzung. Dabei zeigen sie sich pflichtbewusst und gehen gezielt methodisch vor.
  • Aber: Frauen machen sich im Job – unabhängig davon, ob Führungskraft oder Mitarbeiterin – im Gegensatz zu Männern zu viele Sorgen; sie haben Schwächen im Hinblick auf die Stressresistenz.
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Laborexperiment von Kuhn und Villeval bietet bedeutende Erkenntnisse

Die einzelnen Punkte untermauern klar die Annahme, dass Frauen nicht nur besser mit einem kooperativen respektive antiautoritären Führungsstil besser zurechtkommen, sondern auch im Rahmen nicht-hierarchischer Strukturen mehr Leistungsbereitschaft zeigen und ihr Potential konsequenter zum Wohle des ganzen Unternehmens abrufen.

Ähnliche Erkenntnisse veröffentlichten diesbezüglich die beiden Ökonomen Marie-Claire Villeval und Peter Kuhn. Im Rahmen eines Laborexperiments stellten sie insgesamt 174 Testpersonen zwei Möglichkeiten zur Verfügung: Eine bestimmte Arbeit alleine zu erledigen oder in Teamarbeit ohne Beachtung des jeweiligen Rangs zu bearbeiten. Fast alle Männer entschieden sich dafür, die Aufgabe alleine anzugehen, während die Frauen nahezu geschlossen die Teamarbeit bevorzugten.

Symbol für Männer und Frauen

Arbeitsleistungen: Männer fühlen sich in einem hierarchischen Umfeld häufig wohler

Dabei ging es nicht um die Erledigung der Arbeit an sich, sondern vielmehr um die Entscheidungskriterien für die Wahl der Tätigkeitsausübung. Die von den Studieninitiatoren publizierten Erkenntnisse sind dabei hochinteressant. Männer bevorzugen auch im Job nach wie vor eigentlich den Wettbewerb als besondere Form des Wettkampfes. Sie möchten ihre Konkurrenten mit Fleiß und Leistung ausstechen. Dazu gehört eben auch das Ausfahren der Ellenbogen und egoistische Handlungsweisen.

Verbunden ist dieses Verhalten mit spürbarem Ehrgeiz, offen zur Schau getragenem Engagement und oftmals eben auch mit einem Leistungsanstieg. Die eigene Zufriedenheit verkommt hier zumindest zeitweise zur Nebensache. Dies wiederum sind alles prägnante Erscheinungsbilder innerhalb hierarchischer Strukturen. Frauen rufen demgegenüber bessere Leistungen und höhere Zufriedenheitswerte als Teamplayer ohne starre Hierarchieebenen ab.

Dieser Arbeitslebenartikel ist Teil von „Marcos Recruiting Blog“. Marco Kainhuber ist Geschäftsführer des Software-Unternehmens GermanPersonnel. Wir bieten intelligente, datenbasierte Recruiting-Lösungen. Nehmen Sie mit uns Kontakt auf, wenn Sie Fragen zu unserer E-Recruiting-Software PERSY oder Interesse an der Erstellung von Recruiting-Kampagnen haben. Ganz neu in unserem Portfolio ist PARTS für eine programmatische, zielgruppenspezifische und kostenoptimierte Ausspielung von Stellenanzeigen.

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