Probearbeiten: Eine Win-win-Situation

Probearbeiten: Eine Win-win-Situation

Warum das Arbeiten zur Probe für Bewerber und Arbeitgeber sinnvoll ist

Einen Probearbeitstag zu vereinbaren macht für beide Seiten Sinn. Der Arbeitnehmer kann beim Probearbeiten zeigen, was in ihm steckt und seinen zukünftigen Arbeitsplatz kennenlernen. Der Arbeitgeber findet heraus, ob der Bewerber zum Unternehmen passen könnte.

Das Probearbeiten kommt heutzutage immer häufiger vor. Viele Arbeitnehmer befürchten, dass sie an diesem Tag nur ausgenutzt werden und als kostenlose Arbeitskraft herhalten sollen. Dabei kann so ein Probearbeiten für alle Beteiligten sehr sinnvoll sein. Für Arbeitnehmer bietet sich so die einzigartige Chance, in das Unternehmen reinzuschnuppern und herauszufinden, ob sowohl Job als auch Kollegen zur eigenen Vorstellung passen. Der zukünftige Chef wiederum kann den Bewerber in der Realität auf Herz und Nieren prüfen.

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Das Vorstellungsgespräch

Seien wir mal ehrlich: In so einem Vorstellungsgespräch versuchen alle Beteiligten, sich im besten Licht darzustellen. Da verspricht der Chef frisches Bio-Obst täglich, lobt die soziale Kompetenz der künftigen Kollegen über alle Maßen und schwärmt vom guten Kaffee. Gehst du dann Probearbeiten, siehst du schnell, ob er die Wahrheit gesagt hat. Damit steigen die Chancen, dass du auch die übrigen angenehmen Dinge, die dir erzählt wurden, glauben kannst.

Findest du aber auf den Tischen angematschte Bananen und schimmelige Apfelsinen und im Flur einen Kaffeeautomaten, wie er heutzutage in jedem zweiten Supermarkt steht, darfst du ins Grübeln kommen. Vielleicht entdeckst du beim Probearbeiten aber auch, dass Kollegin Meier alle halbe Stunde zum Weinen auf die Toilette flüchtet, weil der cholerische Chef sie immer wieder anbrüllt. Und Kollege Müller setzt noch einen oben drauf, indem er Frau Meier immer wieder maßregelt. Ist das die Atmosphäre, in der du künftig den Großteil deines Tages verbringen willst?

Als Chef hört man ebenfalls viel von seinen Bewerbern, das nicht zwingend der Wahrheit entsprechen muss. Ob es um Pünktlichkeit, Arbeitswut oder besondere Computerkenntnisse geht ist dabei egal. Beim Probearbeiten zeigt sich zumindest in einigen Punkten, ob der Bewerber ehrlich war. So kommt es durchaus vor, dass jemand eine Stunde zu spät zum Probearbeiten kommt, weil er noch in seinem Arbeitslosenrhythmus feststeckt. Geht es dann endlich los, zeigt sich, dass der Bewerber nicht einmal weiß, wo der Rechner angeht. Von Excel und PowerPoint hat er auch noch nie etwas gehört.

Er geht er alle halbe Stunde rauchen und spricht in der übrigen Zeit mit den künftigen Kollegen über sein Privatleben. Auch wenn das jetzt etwas überspitzt dargestellt war: Das Probearbeiten ist eine durchaus sinnvolle Erfindung, die beiden Seiten einiges an Kummer ersparen kann. Deshalb solltest du – ob Chef oder Bewerber – diese Chance nutzen.

Darauf solltest du beim Probearbeiten als Bewerber achten

  • Stelle so viele Fragen wie nötig!
  • Beteilige dich an Fachgesprächen.
  • Gehe auf deinen Chef und die Kollegen zu.
  • Scheue dich nicht davor, Emotionen zu zeigen.
  • Schau dir das Unternehmen genau an.

Viele glauben, dass man sie für dumm halten könnte, wenn man zu viele Fragen stellt. Dem ist aber nicht so. Du triffst eine wichtige Entscheidung für dein Leben und solltest alles wissen, was für oder gegen den Job spricht. Du darfst auch zeigen, dass du aufgeregt bist. Das ist schließlich völlig normal, wenn du neu in ein Unternehmen kommst. Alles andere würde lediglich arrogant oder anderweitig komisch wirken.

Nutze das Probearbeiten, um herauszufinden, ob deine künftigen Kollegen sympathisch sind. Vielleicht bekommst du sogar schon ein Gespür dafür, wie die Kollegen zum Chef stehen. Am Ende des Tages solltest du auf dein Bauchgefühl hören.

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Darauf solltest du beim Probearbeiten als Chef achten

  • Bezahle dem Bewerber diesen Tag!
  • Stelle ihn dem Team vor.
  • Nimm dir selbst etwas Zeit für ihn.
  • Gib ihm Aufgaben, für die er auch vorgesehen wäre.
  • Lass ihn vor einer endgültigen Entscheidung zwei, drei Nächte drüber schlafen.

Viele Chefs sehen den Probearbeitstag als Gewinn für beide Seiten und vergüten ihn deshalb nicht. Das mag grundsätzlich richtig sein, ist in einigen Branchen aber dennoch unfair. Gerade im Handwerk oder in der Gastronomie leisten die Bewerber beim Probearbeiten schon viel und sollten deshalb auch entlohnt werden.

Wichtig ist auch, dass du den Bewerber bei seinem künftigen Team vorstellst, ihm seine Arbeit in Ruhe erklärst und ihm, wenn nötig, eine Hilfe zur Einarbeitung an die Seite stellst. Jeder hat das Recht, sich in eine künftige Arbeit reinzufinden. Am Ende des Tages solltest du nicht auf eine Entscheidung drängen. Der Bewerber muss die Erfahrung des Probearbeitens erst einmal für sich verarbeiten, um dann die richtige Entscheidung zu treffen.

Dieser Arbeitslebenartikel ist Teil von „Marcos Recruiting Blog“. Marco Kainhuber ist Geschäftsführer des Software-Unternehmens GermanPersonnel. Wir bieten intelligente, datenbasierte Recruiting-Lösungen. Nehmen Sie mit uns Kontakt auf, wenn Sie Fragen zu unserer E-Recruiting-Software PERSY oder Interesse an der Erstellung von Recruiting-Kampagnen haben. Ganz neu in unserem Portfolio ist PARTS für eine programmatische, zielgruppenspezifische und kostenoptimierte Ausspielung von Stellenanzeigen.

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