Bewerbungsprozess für Berufsanfänger

Bewerbungs­prozess für Berufs­anfänger

Wie erleben sie ihn?

Du hast die Schule oder Uni abgeschlossen und willst dich jetzt in den Bewerbungsprozess stürzen? Als Teil der Generation Z oder der Digital Natives 2.0 – wie es so schön heißt – musst du dich mit den derzeitigen Gegebenheiten des Marktes befassen und eventuell zähneknirschend damit abfinden. Denn leider stehen die Personalabteilungen der meisten Unternehmen immer noch mit einem Bein in der Vergangenheit und wissen nicht, was junge Menschen heutzutage interessiert und wie sie ihr Leben gestalten.

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Ratgeber für Berufsanfänger verraten nichts Neues

Das gilt übrigens auch für Ratgeber-Portale im Internet, die dich mit Tipps für den Bewerbungsprozess überhäufen und eine coole Sprache sprechen. Letztendlich wiederholen sie aber auch immer nur die gleichen Abläufe, wie sie schon vor 50 Jahren gang und gäbe waren.

Allerdings muss man ihnen zu Gute halten, dass sie nur das beschreiben, was die Unternehmen wollen. Anschreiben, Lebenslauf, Foto, Zeugnisse und Zertifikate, Berufserfahrung und so weiter. Der Knackpunkt liegt also in den Unternehmen. Dafür müssten sie das Lebensgefühl und die Zukunftsvorstellungen der Generation Z kennen. Was aber leider nur selten der Fall ist.

Der Bewerbungsprozess muss generationengemäß differenzierter werden

Der Bewerbungsprozess muss sich verändern, weil die Bewerber sich und ihr Verhalten ändern. Heutige Berufsanfänger sind mit ganz anderen Medien aufgewachsen, als ältere Generationen. Außerdem unterscheiden sich ihre Zukunftsaussichten deutlich von denen ihrer Eltern oder Großeltern.

Schnelle Rückmeldungen sind erwünscht

Sie wünschen schnelle Antworten über schnelle Kanäle, statt aufwändige Bewerbungsmappen auf Papier zu erstellen, mit der klassischen Post zu versenden und dann womöglich tage-, wochen- oder sogar monatelang auf eine Antwort zu warten.

Heutige Bewerber wollen, dass der Bewerbungsprozess von ihrer ersten Kontaktaufnahme bis zur Unterzeichnung des Arbeitsvertrages so schnell wie möglich zu Ende gebracht wird. Wenn sie mit Freunden kommunizieren, sind sie es gewohnt, in kurzer Zeit antworten zu bekommen. Die Nutzung von Messenger-Programmen und sozialen Netzwerken macht möglich, was früher auf dem Postweg undenkbar gewesen wäre.

Fachkräftemangel auf Grund falscher Ansprache?

Personalmanager müssen dem gerecht werden, wenn sie Erfolg beim Recruiting haben wollen. Sie können sich nicht einerseits händeringend darüber beklagen, dass ihnen Fachkräfte fehlen, wenn sie andererseits nichts dafür tun, die aktuelle Generation der Berufsanfänger im Bewerbungsprozess zielgruppengemäß anzusprechen.

Das Anschreiben oder Wie sag‘ ich’s meinem zukünftigen Arbeitgeber?

Eine der größten Hürden – und das gilt auch für ältere Generationen – ist das Anschreiben. Dieser Text entscheidet häufig bereits nach wenigen Sekunden, ob sich HR’ler intensiver mit einer Bewerbung beschäftigen oder sie gleich aussortieren.

Leider kommst du aber kaum darum herum, so lange Personalabteilungen in alten Mustern denken. Ratschläge für die richtige Form findest zu zuhauf im Netz, deshalb gehen wir hier jetzt nicht genauer darauf ein.

Berufserfahrung – ja, wie denn als Berufsanfänger?

Viele junge Menschen brechen den Bewerbungsprozess bereits ab, wenn sie in der Stellenanzeige lesen, dass eine bestimmte Berufserfahrung gewünscht wird. Woher sollen sie die nehmen? Du kannst allerdings Nebenjobs oder Praktika erwähnen, sofern sie sich mit der ausgeschriebenen Stelle in Verbindung bringen lassen.

Recruiter aufgepasst: Das will die Generation Z

Um eine passende Ausschreibungsstrategie oder eine Persona für Berufsanfänger zu entwickeln, müssen Personaler wissen, wie die Digital Natives 2.0 ticken. Hier einige Werte und Lebenseinstellungen zur Orientierung:

  • Sie wünschen freie Entfaltungsmöglichkeiten und trotzdem die Sicherheit unbefristeter Verträge und ein ausreichendes Gehalt.
  • Sie blicken nicht voller Hoffnung und Elan in die Zukunft, sondern machen sich eher Sorgen, auch in beruflicher Hinsicht.
  • Sie möchten flexible und abwechslungsreiche Arbeitswelten kennen lernen.
  • Eine feste Zuweisung an einen bestimmten Arbeitsplatz lehnen sie ab. Alternativen wie Office Sharing oder Home Office sind für sie keine modischen Trends, sondern Bedingung.
  • Sie glauben nicht an Slogans wie „Familienfreundlichkeit“ oder „Work-Life-Balance“, weil sie der Wirklichkeit bei vielen Arbeitgebern nicht standhalten.
  • Sie wollen nicht allzu viel Verantwortung übernehmen oder unbedingt Führungskräfte werden, da die Freizeit und das Leben außerhalb des Jobs für sie wichtiger sind.
  • Sie identifizieren sich nicht sehr stark mit Unternehmen oder mit erfahrenen und bekannten Managern.
  • Sie leben und lieben die Digitalisierung in allen Lebensbereichen, also auch im Berufsalltag. Verbote oder Einschränkungen in dieser Richtung werden nicht akzeptiert.
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Tipp für Bewerber: Du musst nicht wochen- oder monatelang warten, ob du eine Antwort auf deine Bewerbung bekommst. Rufe den zuständigen Personaler einfach mal nach etwa 14 Tagen an und erkundige dich nach dem Stand der Dinge. Damit verschaffst du dir Klarheit und zeigst gleichzeitig, dass du dich für den Job und das Unternehmen wirklich interessierst.

Tipp für Recruiter: Beschäftigen Sie sich mit der Generation Z, deren Lebensgefühl und Lifestyle. Die Digital Natives 2.0 werden auf lange Sicht die Zukunft Ihres Unternehmens prägen und mitbestimmen. Sie müssen für junge und ältere Bewerber unterschiedliche Strategien und Ansprachen im Bewerbungsprozess entwickeln, wenn Sie die beiden Zielgruppen langfristig binden möchten.

Zeitliche Kategorisierung der aktuellen Generationen

Baby Boomers: Geburtsdatum etwa zwischen 1943 und 1964
Generation X: Geburtsdatum etwa zwischen 1965 und 1978
Generation Y (Digital Natives): Geburtsdatum etwa zwischen 1979 und 1998
Generation Z (Digital Natives 2.0): Geburtsdatum etwa ab 1999

Dieser Arbeitslebenartikel ist Teil von „Marcos Recruiting Blog“. Marco Kainhuber ist Geschäftsführer des Software-Unternehmens GermanPersonnel. Wir bieten intelligente, datenbasierte Recruiting-Lösungen. Nehmen Sie mit uns Kontakt auf, wenn Sie Fragen zu unserer E-Recruiting-Software PERSY oder Interesse an der Erstellung von Recruiting-Kampagnen haben. Ganz neu in unserem Portfolio ist PARTS für eine programmatische, zielgruppenspezifische und kostenoptimierte Ausspielung von Stellenanzeigen.

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